Der Berliner Senat hat am Dienstag beschlossen, ab dem Schuljahr 2024/25 ein kostenloses Mittagessen für alle Grundschulkinder einzuführen. Die Maßnahme soll Familien finanziell entlasten und die Chancengleichheit verbessern. Laut Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) werden rund 160.000 Kinder in etwa 450 Schulen von dem Angebot profitieren.
Finanzierung und Umsetzung
Die Kosten für das kostenlose Mittagessen belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro pro Jahr. Das Land Berlin übernimmt die Finanzierung vollständig, sodass für die Eltern keine zusätzlichen Kosten entstehen. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit den Schulbezirken und Catering-Unternehmen. „Wir wollen sicherstellen, dass kein Kind mehr hungrig lernen muss“, so Günther-Wünsch.
Hintergrund und Ziele
Bislang zahlten Eltern in Berlin zwischen 1,50 und 4 Euro pro Mittagessen. Die neue Regelung gilt für alle Grundschulen, einschließlich der Vorklassen und der sogenannten Willkommensklassen. Der Senat erhofft sich dadurch nicht nur eine Entlastung der Haushalte, sondern auch eine höhere Akzeptanz der Schulverpflegung. Zudem soll die gesunde Ernährung der Kinder gefördert werden.
Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte die Entscheidung. „Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Bildungsgerechtigkeit in Berlin“, sagte der GEW-Landesvorsitzende Tom Erdmann. Auch der Berliner Elternausschuss zeigte sich erfreut, forderte jedoch eine Verbesserung der Qualität des Essens. Die oppositionelle FDP kritisierte die Kosten und bezweifelte die langfristige Finanzierbarkeit. „Der Senat verspricht Dinge, die er nicht dauerhaft bezahlen kann“, warnte der FDP-Fraktionsvorsitzende Stefan Förster.
Ausblick
Die Einführung des kostenlosen Mittagessens ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets zur Bekämpfung von Kinderarmut in Berlin. Weitere Schritte sollen folgen, darunter die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Kinder und Jugendliche. Der Senat plant zudem, die Qualität der Schulverpflegung zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.



