Sachsen-Anhalt-Umfrage: SPD nur noch bei fünf Prozent – AfD vorn
Sachsen-Anhalt: SPD nur noch fünf Prozent, AfD vorn

AfD führt deutlich – SPD rutscht an die Fünf-Prozent-Hürde

Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September zeigt eine aktuelle INSA-Umfrage im Auftrag von FOCUS online ein dramatisches Bild: Die AfD liegt mit 41 Prozent klar vorn, während die SPD nur noch auf fünf Prozent kommt und um den Wiedereinzug in den Landtag bangen muss. INSA-Chef Hermann Binkert erklärte, dass für parlamentarische Mehrheiten mehr als 42 Prozent erforderlich seien. Sollte die SPD scheitern, hätte die AfD bereits mit ihren 41 Prozent Chancen auf eine Mehrheit.

Umfragewerte im Detail: Nur drei Parteien sicher im Landtag

Neben der AfD (41 Prozent) und der CDU (24 Prozent) wäre nur noch die Linke mit 14 Prozent sicher im Magdeburger Landtag vertreten. Die SPD (5 Prozent) schrammt knapp an der Fünf-Prozent-Hürde vorbei. Grüne, FDP und BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) würden mit jeweils vier Prozent den Einzug verpassen. Die einstige Regierungspartei SPD, die von 1994 bis 2002 regierte, steht damit vor einer historischen Niederlage.

Große Koalitionen kaum möglich – Brandmauer bröckelt

Die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit der vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuften AfD aus. Auch die Linke hat einen Unvereinbarkeitsbeschluss. Damit sind Koalitionen nach der Wahl nahezu unmöglich. INSA fragte daher ein ungewöhnliches Szenario ab: Wie würden die Bürger reagieren, wenn sich CDU-Abgeordnete nach der Wahl abspalten und für einen AfD-Ministerpräsidenten stimmen? 42 Prozent lehnen das ab, aber 28 Prozent würden eine solche Abspaltung begrüßen. Selbst unter CDU-Anhängern befürworten 16 Prozent diesen Schritt.

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Pragmatismus statt Prinzipien: Nur jeder Fünfte pocht auf Brandmauer

Viele Sachsen-Anhalter zeigen sich pragmatisch: 32 Prozent nennen die inhaltlich passendste Regierung als wichtigstes Kriterium, 25 Prozent halten stabile Mehrheiten für entscheidend. Nur 20 Prozent ist der Ausschluss einer Zusammenarbeit mit der AfD am wichtigsten. 43 Prozent würden es befürworten, wenn die CDU bei Sachfragen gemeinsam mit der AfD Mehrheiten organisiert; 37 Prozent lehnen das ab.

Vertrauen in Spitzenkandidaten: Siegmund vor Schulze

In Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze (46) haben lediglich 25 Prozent Vertrauen, dass er die Probleme des Landes lösen kann. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) trauen das 38 Prozent der Befragten zu. Obwohl 41 Prozent die AfD wählen würden, wünschen sich nur 37 Prozent eine von ihr geführte Regierung. Bei der CDU ist es umgekehrt: 24 Prozent würden sie wählen, aber 27 Prozent bevorzugen eine unionsgeführte Regierung. Bei den über 70-Jährigen überwiegt der Wunsch nach einer CDU-geführten Regierung; in allen jüngeren Altersgruppen liegt die AfD vorn. INSA befragte im Zeitraum vom 14. bis 21. Juli 1000 Menschen in Sachsen-Anhalt.

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