Berlins historische Gebäude: Original oder Nachbau?
Berlins historische Gebäude: Original oder Nachbau?

Berlins Stadtgeschichte lässt sich an seinen Gebäuden ablesen – doch nicht alle sind so alt, wie sie scheinen. Während die Nikolaikirche in Berlin-Mitte tatsächlich aus dem Jahr 1230 stammt und als Wiege der Stadt gilt, wurde das Nikolaiviertel, in dem sie steht, erst 1987 von der DDR neu errichtet. Eine Übersicht zeigt, welche historischen Bauten echt sind und welche nur nachempfunden wurden.

Die Nikolaikirche: Echtes Mittelalter

Die Nikolaikirche wurde zur Stadtgründung Berlins im Jahr 1230 fertiggestellt. Sie ist damit das älteste erhaltene Gebäude der Stadt und ein authentisches Zeugnis der mittelalterlichen Vergangenheit. Das angrenzende Nikolaiviertel hingegen, obwohl als ältestes Viertel Berlins bekannt, wurde zwischen 1980 und 1987 im Rahmen eines DDR-Aufbauprojekts komplett neu errichtet. Historische Skulpturen wie der „Eckensteher Nante“ können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bebauung weitgehend rekonstruiert ist.

Babylon-Kino: Original aus den 1920ern

Das Babylon-Kino in Mitte wurde 1929 vom renommierten Architekten Hans Poelzig als Kino mit integrierter Theaterbühne erbaut. Es ist im Original erhalten und gilt als eines der bedeutendsten Kino-Architekturdenkmäler Berlins. Poelzig schuf einen expressionistischen Bau, der bis heute für Filmvorführungen und Veranstaltungen genutzt wird.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Stadtschloss: Nachbau mit Diskussionen

Das Berliner Stadtschloss, das nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen wurde, ist seit 2020 als Humboldt Forum wiederaufgebaut. Es handelt sich um einen Nachbau, der dem Original nachempfunden ist – allerdings mit moderner Innenarchitektur. Die Rekonstruktion löste kontroverse Debatten aus, da sie historische Fassaden mit zeitgenössischer Nutzung verbindet.

Ribbeck-Haus: Eines der ältesten Wohnhäuser

Das Ribbeck-Haus auf der Museumsinsel in der Breiten Straße 35 ist eines der ältesten noch existierenden Wohngebäude Berlins. Es wurde 1624 errichtet, wie die Inschrift über dem Original-Portal belegt. Das Haus blieb weitgehend unverändert und ist ein seltenes Beispiel barocker Wohnarchitektur in der Stadt.

Nicolaihaus: Zentrum der Aufklärung

Das Nicolaihaus in der Brüderstraße diente im 18. Jahrhundert als zentraler Begegnungsort der Berliner Aufklärung. Der Verleger Friedrich Nicolai empfing dort Persönlichkeiten wie Lessing und Mendelssohn. Heute beherbergt das Gebäude die Stiftung Denkmalschutz. Es ist eines der wenigen barocken Häuser, die in Berlin überlebt haben.

Admiralspalast: Von der Eislaufhalle zum Revuetheater

Der Admiralspalast, 1910 erbaut, befindet sich mit seinem Haupteingang im Hinterhof. Ursprünglich beherbergte er eine monumentale Eislaufhalle, die später zu einem der berühmtesten Revuetheater Berlins umgebaut wurde. Das Gebäude ist im Original erhalten und wird heute als Veranstaltungsort genutzt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration