Vorfall im Marzilibad: Trans Frau aus FKK-Bereich abgeführt
In der Schweiz sorgt ein Vorfall im Berner Marzilibad für Aufsehen. Einsatzkräfte der Polizei haben am Sonntag eine trans Frau aus dem Frauen-FKK-Bereich des Schwimmbads abgeführt und vorläufig festgenommen. Das Badpersonal hatte die Frau nach Beschwerden anderer Gäste aufgefordert, den Bereich zu verlassen. Als sie sich weigerte, wurde die Polizei gerufen. Laut Polizeiangaben kam es zu einem Gerangel, bei dem eine Polizistin von einer bislang unbekannten Person angegriffen und verletzt worden sein soll.
Stadt Bern entschuldigt sich und kritisiert eigenes Vorgehen
Die Stadt Bern hat das Vorgehen des Bads und der Polizei scharf kritisiert. In einer Mitteilung der Direktion für Bildung, Soziales und Sport heißt es: „Das Bad habe sich, als Gespräche kein Ergebnis brachten, aufgrund der drohenden Eskalation fälschlicherweise für eine polizeiliche Wegweisung der trans Frau entschieden.“ Die Direktion bedauere diesen Entscheid ausdrücklich und entschuldige sich bei der betroffenen Person. „Alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben, haben Zugang zum freiwilligen FKK-Bereich Paradiesli.“ Im Härtefall gelte das im Ausweis festgehaltene Geschlecht – die betroffene Person hätte demnach die Zutrittsregelung erfüllt.
Kritik an Polizeieinsatz: „Unverhältnismäßig“
Personen aus dem Umfeld der trans Frau kritisieren den Polizeieinsatz als „unverhältnismäßig“, wie unter anderem der SRF berichtete. Sechs Polizeiangestellte hätten die Frau unter grobem Körpereinsatz zu Boden gebracht und mit Handschellen abgeführt. Nachdem sie zwei Stunden auf einer Polizeiwache festgehalten worden sei, habe sie die Nacht in einem Spital verbracht. Die Polizei selbst äußerte sich bislang nicht zu den genauen Gründen der vorläufigen Festnahme, teilte jedoch mit, dass man zu dem Vorfall ermittle. Nach der Entlassung der Frau habe es eine spontane, friedliche Solidaritätskundgebung gegeben.



