Die rot-schwarze Koalition in Brandenburg plant, das Dunkelfeld nicht angezeigter Straftaten systematisch zu untersuchen. Innenminister Jan Redmann (CDU) erklärte, dass nicht alle tatsächlichen Straftaten in der polizeilichen Statistik auftauchen, da viele nicht zur Anzeige gebracht werden. Er verwies insbesondere auf Frauen, die Opfer von Gewalt werden.
Gründe für fehlende Anzeigen
Redmann betonte, dass viele Opfer Scham empfinden oder sich selbst die Schuld geben. „Besonders bei Sexualdelikten oder häuslicher Gewalt hält das viele von einer Anzeige ab. Wir wissen, dass viele Frauen die Taten niemals melden und die Täter daher unbestraft bleiben“, sagte der Minister.
Geplante Maßnahmen
Die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU haben beschlossen, das Dunkelfeld gezielt zu erforschen, um verlässliche Daten zu Opfererfahrungen und zum Anzeigeverhalten zu erhalten. Die bisherigen Erkenntnisse der Kriminalstatistik sollen ergänzt werden. Zudem will sich Brandenburg verstärkt an der bundesweiten Studie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ des Bundeskriminalamts beteiligen.
Kritik von der Opposition
Der CDU-Innenpolitiker Rainer Genilke wies auf ein Problem mit Straftaten von Ausländern hin, betonte jedoch, dass dies kein pauschales Urteil sei. Die Opposition aus AfD und BSW lehnte den Antrag der Koalition ab. Die AfD forderte, dass auch Mehrfachstaatsangehörigkeiten und Migrationshintergrund bei Tatverdächtigen und Opfern in der Statistik ausgewiesen werden müssen, was jedoch keine Mehrheit fand.
Aktuelle Kriminalitätszahlen
Die Zahl der registrierten Straftaten in Brandenburg sank 2025 um 5,7 Prozent auf 166.508. Ohne ausländerrechtliche Verstöße wurden 151.124 Straftaten registriert – ein Tiefstwert. Allerdings stiegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung um 18,5 Prozent auf 3.344 Fälle.



