Tödlicher Angriff auf CSD in Berlin: Innensenatorin bricht Urlaub ab
CSD-Angriff Berlin: Spranger kehrt zurück

Am Samstagabend raste ein Autofahrer im Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge, die am Rande des Christopher Street Day (CSD) feierte. Eine 48-jährige Frau erlag noch am Tatort ihren Verletzungen, mehr als zwölf weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Die Berliner Polizei fahndet nach einem 21-jährigen Tatverdächtigen, der den Angriff nach ersten Erkenntnissen bewusst ausgeführt haben soll. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Innensenatorin Spranger reist aus dem Urlaub zurück

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) brach umgehend ihren Urlaub ab und ist auf dem Rückweg nach Berlin, wie eine Sprecherin am Sonntag mitteilte. Spranger stehe zudem mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in engem Austausch, um die Sicherheitslage zu bewerten. Für den späten Nachmittag oder frühen Abend ist eine gemeinsame Pressekonferenz von Innensenat, Polizei und Staatsanwaltschaft angesetzt, um über den Stand der Ermittlungen zu informieren.

Details zum Tathergang und zum Opfer

Nach Angaben der Polizei ereignete sich die Tat gegen 21:40 Uhr auf der Straße des 17. Juni, unweit des Brandenburger Tors. Das Fahrzeug – ein blauer Kleinwagen – durchbrach eine Absperrung und erfasste mehrere Menschen auf dem Gehweg. Die Verstorbene war eine 48-jährige Berlinerin, die sofortige Hilfe vor Ort nicht mehr half. Mehrere Verletzte schweben nach Angaben der Rettungskräfte noch in Lebensgefahr. Unter den Opfern sind laut ersten Polizeimeldungen auch ausländische Touristen.

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Fahndung nach dem Tatverdächtigen

Die Polizei hat eine Großfahndung ausgelöst. Der gesuchte 21-Jährige soll deutscher Staatsangehörigkeit sein und in Berlin gemeldet gewesen sein. Zeugen beschreiben ihn als schlanke Person mit kurzen dunklen Haaren, bekleidet mit einer dunklen Jacke und Jeans. Ob ein extremistisches Motiv hinter der Tat steckt, wird derzeit von den Sicherheitsbehörden geprüft. „Wir gehen derzeit von einer gezielten Tat aus, die möglicherweise einen politischen Hintergrund hat“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Auswertung von Videoaufnahmen und Zeugenaussagen.

Reaktionen aus der Politik und der LGBTQ+-Community

Bundeskanzler Olaf Scholz zeigte sich über den Angriff „bestürzt“ und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegener verurteilte die Tat scharf und kündigte eine umfassende Aufklärung an. Die CSD-Organisatoren riefen zu einer Mahnwache am Sonntagabend auf dem Vorplatz der Gedächtniskirche auf. In einer ersten Stellungnahme hieß es: „Unser Schock sitzt tief. Der CSD steht für Vielfalt und Toleranz – diese Tat ist ein Anschlag auf unsere Grundwerte.“

Die Polizei hat die Sicherheitsvorkehrungen für die verbleibenden CSD-Veranstaltungen erhöht. In den sozialen Netzwerken wird unter dem Hashtag #BerlinCSD Trauer und Solidarität bekundet. Die Bundesregierung prüft, ob die Taten eine Reaktion auf die derzeitige politische Debatte um Hasskriminalität sind. Weitere Details werden am Abend auf der Pressekonferenz erwartet.

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