Die Berliner Polizei fahndet öffentlich nach dem 21-jährigen Abdul B., der verdächtigt wird, am Sonntagabend einen Kastenwagen in eine Menschenmenge im Tiergarten gesteuert zu haben. Dabei kam eine Person ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Das friedliche Christopher-Street-Day-Fest endete in einer Katastrophe. Die Ermittler gehen nach ersten Erkenntnissen von einem islamistischen Hintergrund aus.
Verdächtiger polizeibekannt und erst vor zwei Monaten aus Haft entlassen
„Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Nach Angaben der Behörden handelt es sich bei Abdul B. um einen deutschen Staatsbürger libanesischer Herkunft. Er wohnt mitten in der Stadt, nur zwei Gehminuten vom Potsdamer Platz entfernt – etwa 15 Minuten Fußweg vom Tatort im Tiergarten. Die Polizei veröffentlichte am Morgen ein Foto des Gesuchten auf der Plattform X und rief dazu auf, es zu teilen. Die Generalstaatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Berlin teilten mit, sie ermittelten „aufgrund des Verdachts eines Anschlags“.
Besonders brisant: Abdul B. war bereits wegen schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung polizeilich in Erscheinung getreten. Erst im Mai dieses Jahres wurde er aus der Jugendhaft entlassen. Derzeit ist unklar, ob es weitere Tatverdächtige gibt oder ob er allein handelte. Die Polizei schließt mehrere Täter nicht aus.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren – Pressekonferenz angekündigt
Staatsanwaltschaft und Polizei wollen am späten Nachmittag oder frühen Abend in einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren. Die Fahndung läuft unter Hochdruck. Die Bevölkerung ist aufgerufen, Hinweise zu dem Gesuchten zu melden. Der Vorfall ereignete sich unweit der Feierlichkeiten zum Christopher Street Day, einem Symbol für Toleranz und Vielfalt. Die Tat hat bundesweit Bestürzung ausgelöst.
Experten werten die Tat als möglichen islamistischen Anschlag. Die Sicherheitsbehörden verschärften die Maßnahmen rund um Großveranstaltungen. Der Senat von Berlin zeigte sich erschüttert und sprach den Opfern und Angehörigen sein Mitgefühl aus. Die genauen Hintergründe sind Gegenstand der laufenden Untersuchungen.



