Die Überraschung lag in der Luft, doch am Ende blieb sie aus. Simon Zachenhuber (28) hat Weltmeister Hamzah Sheeraz (27) in Dschidda (Saudi-Arabien) einen harten Kampf geliefert. Der deutsche Boxer forderte den WBO-Champion im Supermittelgewicht über zwölf Runden heraus, unterlag aber knapp nach Punkten (114:114, 113:115 und 112:116).
Zachenhuber zeigt Weltklasse-Leistung
Zachenhuber zeigte sich nach dem Kampf stolz: „Auch wenn eine Niederlage nie schön ist, bin ich stolz auf meine Leistung. Der Weg zum Erfolg führt immer über das Risiko, zu scheitern. Ich habe gezeigt, dass ich zur Weltspitze gehöre, und gleichzeitig durch diesen Kampf noch einmal sehr viel gelernt. Ich bin mir sicher: Ich werde erneut um den WM-Titel boxen – und dann gewinnen.“
Trainer Conny Mittermeier lobte seinen Schützling: „Simon hat den Plan sehr gut umgesetzt. Im Ausland gegen den Weltmeister über die Punkte zu gewinnen, ist fast unmöglich. Am Ende hat es nicht ganz gereicht, aber wir haben den deutschen Boxsport würdig vertreten.“
Kampfverlauf: Von Zurückhaltung zu offenem Schlagabtausch
Das Duell begann verhalten. Zachenhuber hielt die Deckung in den ersten Runden hoch, Sheeraz‘ linke Haken fanden kaum Ziel. Der Deutsche blieb ständig in Bewegung und machte es dem Champion schwer. Ab der dritten Runde stellte Sheeraz um und attackierte mit Körpertreffern, was Zachenhuber in der fünften Runde sichtlich angeschlagen wirken ließ.
Doch dann fand Zachenhuber, der mit guten Kombinationen punktete, die zweite Luft. Ab der Kampfmitte war der Kampf derart ausgeglichen, dass die Punktrichter jede Runde hätten anders werten können. Letztlich profitierte Sheeraz als Titelverteidiger vom üblichen Champion-Bonus.
Zachenhuber will zurückkommen
Zachenhuber über das Urteil: „Ich hatte das Gefühl, leicht vorn zu liegen. Aber der Kampf war sehr, sehr knapp und man weiß nie, worauf die Punktrichter den Fokus legen.“
Eines ist klar: Zachenhuber hat bewiesen, dass er zur absoluten Weltspitze im Supermittelgewicht gehört. Gemeinsam mit Schwergewichts-Weltmeister Agit Kabayel (33) bildet er die neue Speerspitze des deutschen Boxens. Für den Herbst ist ein Stadion-Event in Deutschland (Ort noch offen) geplant, bei dem beide Boxer antreten sollen.
Die Leistung des Erdingers zeigt, dass der deutsche Boxsport wieder auf einem guten Weg ist. Trotz der knappen Niederlage hat Zachenhuber gezeigt, dass er in Zukunft um WM-Titel mitboxen kann – und will.



