Nach dem tödlichen Angriff beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin will die queere Community in Thüringen am Sonntagabend mit einer Mahnwache am Erfurter Hauptbahnhof der Opfer gedenken. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und soll laut Aufruf des Bündnisses aller Thüringer CSDs Raum für gemeinsames Gedenken, Trauern und Solidarität schaffen.
Hintergrund des Angriffs
Am späten Samstagabend war ein Van am Rande des Berliner CSD in eine Menschenmenge gefahren. Nach Angaben der Polizei fuhr der 21-jährige Abdul B. mit dem Fahrzeug in die Menge und verletzte mehr als ein Dutzend Menschen. Eine Frau erlitt so schwere Verletzungen, dass sie noch am Ort des Geschehens starb. Der Verdächtige ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet.
Reaktionen aus der Politik
Die Landesvorsitzenden der Thüringer Linken, Katja Maurer und Ralf Plötner, sowie der Linke-Landtagsfraktionschef Christian Schaft zeigten sich fassungslos. In einer gemeinsamen Mitteilung betonten sie, dass CSD-Veranstaltungen für Freiheit, Selbstbestimmung und gleiche Rechte stünden. „Seit Jahren werden sie aus rechten oder fundamentalistisch-religiösen Kreisen bedroht, diffamiert oder angegriffen“, hieß es. Die queere Community und Demonstrationen wie den CSD zu schützen, sei eine politische und gesellschaftliche Pflicht.
Bodo Ramelow, Thüringer Bundestagsabgeordneter und Vizepräsident des Bundestags, sprach den Opfern sein Mitgefühl aus und nannte die Tat einen „Anschlag auf eine offene Welt“. Er rief dazu auf, gemeinsam gegen Hass und Gewalt einzustehen. Der Regenbogen sei ein starkes Symbol für Freiheit, der CSD Ausdruck von Vielfalt.
Bedeutung der Mahnwache
Die Mahnwache in Erfurt soll nicht nur den Opfern gedenken, sondern auch die Solidarität innerhalb der Community stärken. Die Organisatoren hoffen auf eine große Beteiligung, um ein Zeichen gegen Gewalt und Intoleranz zu setzen. Angesichts des Anschlags, der sich gezielt gegen queere Menschen richtete, sei Zusammenhalt wichtiger denn je.
Der Angriff in Berlin hat bundesweit Bestürzung ausgelöst. In mehreren Städten wurden ähnliche Mahnwachen und Solidaritätsaktionen angekündigt. In Thüringen stehen die Zeichen auf Besonnenheit, aber auch auf entschlossenem Widerstand gegen Hasskriminalität.



