CSD-Angriff in Berlin: Charité gibt Entwarnung – keine Lebensgefahr mehr
CSD-Angriff: Charité-Patienten außer Lebensgefahr

Nach der tödlichen Attacke am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin hat die Charité am Sonntag Entwarnung gegeben: Vier der acht eingelieferten Verletzten konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen, die vier auf Intensivstationen behandelten Patienten schweben nach Angaben eines Kliniksprechers nicht mehr in Lebensgefahr. „Die Charité hat gestern Nacht acht auf dem CSD verletzte Menschen versorgt, vier konnten inzwischen entlassen werden“, erklärte der Sprecher. Die übrigen vier würden weiter intensivmedizinisch betreut, ihr Zustand sei aber stabil.

Der Hergang des Angriffs

Am Samstagabend gegen 21:30 Uhr steuerte ein Mann einen weißen Van nahe dem Potsdamer Platz plötzlich in eine Menschenmenge, die sich noch im Umfeld der CSD-Feierlichkeiten befand. Laut Polizei erlitt eine Frau dabei tödliche Verletzungen, sie starb noch am Unfallort. Die Berliner Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Insgesamt zählten die Einsatzkräfte 16 Verletzte. Der Sprecher der Berliner Feuerwehr, Dominik Pretz, präzisierte die Schweregrade: „Drei Menschen wurden lebensbedrohlich verletzt, acht schwer und fünf leicht.“ Sämtliche lebensbedrohlich und schwer Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, darunter die Charité.

Charité-Update: Vier Patienten auf Intensivstation

Die Charité als größtes Klinikum der Hauptstadt übernahm die Versorgung von acht der Schwerverletzten. Der Sprecher betonte, dass sich die Lage im Laufe der Nacht entspannt habe. „Zum jetzigen Zeitpunkt besteht keine Lebensgefahr“, sagte er. Dies ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den ersten Meldungen, bei denen mehrere Menschen in kritischem Zustand waren. Die Klinik setzte ein Team aus Notfallmedizinern, Chirurgen und Psychologen ein, um die Patienten zu betreuen.

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Ermittlungen der Polizei

Die Polizei Berlin hat die Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen. Der Fahrer des Vans wurde noch am Tatort festgenommen und befindet sich in Gewahrsam. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen 31-jährigen Deutsch-Iraker, der polizeibekannt sein soll. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Die Sicherheitsbehörden prüfen sowohl einen terroristischen als auch einen psychiatrischen Hintergrund. Der CSD in Berlin war am Samstag mit zehntausenden Teilnehmern friedlich verlaufen. Die Attacke löste Entsetzen und Trauer in der queeren Community aus.

Reaktionen und Ausblick

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich erschüttert und sprach den Opfern sein Mitgefühl aus. „Diese brutale Tat trifft uns alle. Wir werden die Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen konsequent überprüfen“, teilte er mit. Auch der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) rief zu Trauer und Besonnenheit auf. Am Sonntagabend fand am Brandenburger Tor eine Mahnwache statt. Die Charité wird die vier weiterhin stationären Patienten auch psychologisch begleiten. Zwei von ihnen befinden sich nach Polizeiangaben noch in kritischem, aber nicht mehr lebensbedrohlichem Zustand. Die Entlassung der ersten vier Patienten stimmt die Behörden vorsichtig optimistisch, dass die Zahl der Todesopfer bei einer bleibt.

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