Der Brandenburger Innenminister Jan Redmann (CDU) hat mit Entsetzen auf den Angriff auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin reagiert. „Der Angriff auf fröhlich feiernde Menschen auf dem CSD in Berlin erschüttert mich zutiefst“, erklärte Redmann laut einer Mitteilung seines Ministeriums. „Es ist ein Angriff auf uns alle, auf unsere freie und offene Gesellschaft.“ Der CDU-Politiker, der offen mit seiner Homosexualität umgeht, betonte die Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen.
Der Hergang des Anschlags
Am Samstagabend fuhr ein Autofahrer am Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge, die am Rande der CSD-Veranstaltung feierte. Dabei kam eine Frau ums Leben, mehrere weitere Personen erlitten teils schwere Verletzungen. Die Polizei fahndet nach einem 21-jährigen Tatverdächtigen, der im Verdacht steht, den Anschlag begangen zu haben. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Unterstützung aus Brandenburg
Redmann sicherte den Berliner Behörden volle Unterstützung zu. „Die Brandenburger Polizei unterstützt die Berliner Kollegen bei der Fahndung nach dem gesuchten Tatverdächtigen“, so der Minister. „Wir tun alles, damit er und etwaige Tatbeteiligte schnell gefasst und die Hintergründe dieser schrecklichen Tat aufgeklärt werden.“ Er hoffe, dass die Verletzten schnell und vollständig genesen, und sprach den Angehörigen der Verstorbenen sein Mitgefühl aus.
Ein Angriff auf die offene Gesellschaft
Der CSD steht symbolisch für die Akzeptanz und Sichtbarkeit von LGBTQ+-Menschen. Dass ausgerechnet diese Veranstaltung Ziel eines Anschlags wurde, wertete Redmann als Angriff auf die Grundwerte der Demokratie. „Hier wird gezielt versucht, Menschen einzuschüchtern und ihnen das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben streitig zu machen“, sagte er. Der Minister rief dazu auf, sich nicht von solchen Taten einschüchtern zu lassen: „Wir müssen noch lauter und noch sichtbarer für Toleranz und Vielfalt einstehen.“
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Berliner Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet. Der gesuchte Verdächtige soll aus dem Umfeld der rechtsextremen Szene stammen, bestätigten Ermittler. Die Sicherheitsbehörden prüfen einen möglichen terroristischen Hintergrund. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem „Anschlag“ und ermittelt wegen Mordes und versuchten Mordes. Die Bevölkerung wurde zur Mithilfe aufgerufen; Hinweise werden unter einer Hotline entgegengenommen.



