Das schreckliche Ende eines großen Festes: Beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist am Samstag ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Ein Mensch kam ums Leben, 16 weitere wurden verletzt, teilte die Polizei mit. Der Vorfall ereignete sich gegen 15 Uhr auf der Strecke des Pride-Umzugs.
Das ist passiert
Nach ersten Erkenntnissen durchbrach ein silberner Pkw eine Absperrung und raste auf dem Gehweg entlang der Route. Der Fahrer wurde noch am Ort festgenommen. Zur Identität des Täters und zum möglichen Motiv schweigen die Behörden bislang. Die Hintergründe der Tat sind Gegenstand laufender Ermittlungen.
Der getötete Mensch war ein 32-jähriger Teilnehmer der Parade, wie der RBB unter Berufung auf Polizeikreise berichtete. Unter den 16 Verletzten befinden sich nach Angaben der Berliner Feuerwehr drei Schwerverletzte. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Reaktionen und Folgen
Der CSD in Berlin zählt zu den größten LGBTQ+-Veranstaltungen in Deutschland. Am Samstag waren nach Schätzungen der Veranstalter rund 500.000 Menschen auf den Straßen. Der Umzug wurde nach dem Vorfall abgebrochen. Viele Teilnehmer flohen in Panik.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem „furchtbaren Anschlag“ und kündigte eine Aufklärung mit aller Konsequenz an. Die Veranstalter des CSD zeigten sich bestürzt und riefen zu Trauer und Solidarität auf. Die Polizei verstärkte die Präsenz in der Innenstadt.
Ermittlungen zu Motiv und Hintergrund
Die Ermittler prüfen derzeit, ob es sich um eine gezielte Tat mit politischem Hintergrund handelt. Der Fahrer befindet sich in Polizeigewahrsam. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund liegen nach Angaben der Sicherheitsbehörden bislang nicht vor, werden aber nicht ausgeschlossen.
Der CSD in Berlin steht unter dem Motto „Gemeinsam gegen Hass und Diskriminierung“. Die Tat wirft Fragen nach dem Schutz von Großveranstaltungen auf. Die Polizei kündigte eine Überprüfung der Sicherheitskonzepte an.
Die Trauerfeier für das Opfer soll in den kommenden Tagen stattfinden. In der queeren Community löst die Tat Entsetzen aus. Viele fordern ein konsequenteres Vorgehen gegen Hasskriminalität.



