Nach der Todesfahrt am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin hat Moderatorin Ricarda Hofmann ihre tiefe Betroffenheit ausgedrückt. Auf Instagram schrieb sie: „Was heute passiert ist, hat etwas in mir verändert.“ Die 42-Jährige hatte am Samstag das Hauptprogramm am Brandenburger Tor moderiert, als sich wenige hundert Meter entfernt eine Tragödie ereignete.
Die Attacke am Tiergarten
Gegen 21:30 Uhr fuhr eine Person mit einem Auto in eine Menschenmenge nahe dem Potsdamer Platz. Mindestens ein Mensch starb, etliche weitere wurden verletzt, einige schwer. Die genauen Opferzahlen standen bis zum Sonntagmorgen noch nicht fest. Die Polizei nahm den Fahrer fest. Die Hintergründe der Tat sind unklar, die Ermittlungen laufen.
Hofmann, die selbst Teil der LGBTQ+-Community ist, beschrieb ihre Gefühle: „Ich war heute beim CSD – nicht nur als Moderatorin, sondern als Teil einer Community, die zusammenkommt, um sichtbar zu sein. Um Liebe zu feiern. Um füreinander einzustehen.“ Sie fügte hinzu: „Gerade fehlen mir eigentlich die Worte.“
Abbruch des CSD und Evakuierung
Der CSD hatte am Samstag Hunderttausende Menschen angezogen. Die Straßenparade begann am Mittag und endete abends am Brandenburger Tor. Nach dem Auftritt von Popmusikerin Sarah Connor wurde das Programm fortgesetzt, bis ein Moderator die Besucher aufforderte, das Gelände geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden erschien das Wort „Evakuierung“. Die Menschen wurden gebeten, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahneingänge zu nutzen. Auch über soziale Medien forderte der Veranstalter auf: „Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.“
Absage weiterer Veranstaltungen
In der Nacht sagten die CSD-Veranstalter zwei für Sonntag geplante Events ab. Der Schock sitzt tief. „Diese Tat hat etwas in mir verändert“, wiederholte Hofmann in ihrem Post. Die Community trauert um das Opfer und steht zusammen. Die Berliner Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet.



