Mindestens 400 Menschen haben in Potsdam nach Polizeiangaben gegen Sparmaßnahmen und Schließungen in Krankenhäusern demonstriert. Unter dem Motto „Hände weg von unserer Gesundheit!“ protestierte ein Bündnis unter anderem aus Linken, Grünen, Jungsozialisten und der Gewerkschaft Verdi gegen Kürzungen im Gesundheitswesen. Auf Transparenten stand zum Beispiel „Gesundheit ist keine Ware“ oder mit Blick auf Kanzler Friedrich Merz (CDU) „Kliniken dürfen nicht ausgemerzt werden“.
Kritik am Aus für mehrere Krankenhausbereiche
Die Demonstranten wandten sich auch gegen die Schließung von mehreren Abteilungen in den beiden großen Potsdamer Krankenhäusern. Das Klinikum Ernst von Bergmann wird Orthopädie und Gefäßchirurgie nicht mehr anbieten, das Alexianer St. Josefs-Krankenhaus nicht mehr Neurologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Beide geben die Krankenhausreform als Grund an, sie wollen die Leistungen nicht mehr parallel anbieten. Wegen fehlenden Personals stellte die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus bereits ihre Arbeit ein. „Geburtshilfe ist kein Luxus“ und „Frauengesundheit? Dem Profit geopfert!“ stand auf Plakaten.
Protest gegen Sparpaket
Die Kritik richtete sich auch gegen das von Bundestag und Bundesrat beschlossene Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen. Die geplanten Kürzungen betreffen auch Patientinnen und Patienten, Krankenhäuser und Arztpraxen. Das Bündnis forderte, die Schließungen bei Krankenhäusern zurückzunehmen und die Versorgung aller Patienten jeder Altersgruppe ohne Verlegung oder Wartezeit sicherzustellen.



