Dopingverfahren gegen deutschen Rekordsprinter Owen Ansah eingeleitet
Dopingverfahren gegen Owen Ansah eingeleitet

NADA leitet Verfahren gegen Owen Ansah ein

Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat gegen den deutschen 100-Meter-Rekordhalter Owen Ansah ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen eingeleitet. Wie die NADA mitteilte, wird Ansah vorgeworfen, eine Dopingprobe verweigert zu haben. Der 25-Jährige ist nach Angaben der NADA derzeit nicht vorläufig suspendiert.

Ansah bestreitet Vorwurf der Probenverweigerung

Ansah reagierte umgehend auf die Vorwürfe. Ein Kontrolleur habe ihn am Donnerstag der vergangenen Woche kurz vor Aufbruch zum Diamond-League-Wettkampf in Monaco überrascht. Dieser habe „außerhalb meines Zeitfensters“ geklingelt und „um die Abgabe einer Dopingprobe“ gebeten, sagte Ansah in einer Mitteilung des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV). „Ich war spät dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben“, erklärte der Sprinter. „Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen.“ Dass ihn der Kontrolleur zum Flughafen begleite, um die Probe dort abzunehmen, wurde laut Ansah nicht angeboten. Zudem habe man ihm „keinerlei Konsequenzen aufgezeigt“.

Erfolge und weitere Kontrollen

Ansah hatte Anfang Juni seinen eigenen deutschen Rekord auf 9,98 Sekunden gedrückt. Am Freitag vergangener Woche lief er beim Diamond-League-Meeting in Monte Carlo eine weitere Top-Zeit von 10,01 Sekunden und bestätigte damit seine starke Form. Am Wettkampftag sei er von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) kontrolliert worden, ebenso am folgenden Montag von der NADA, sagte Ansah. Er werde „alles dafür tun, den Sachverhalt aufzuklären“.

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DLV unterstützt Verfahren

Der DLV verwies in der Angelegenheit auf die Zusammenarbeit mit der NADA. Der Verband unterstütze deren „Organisation und Durchführung von Dopingkontrollen sowie Ergebnismanagement und Disziplinarverfahren“ vollumfänglich, sagte Jörg Bügner, DLV-Vorstand für Leistungssport. Auch mit Ansah bestehe ein enger Austausch.

Ziele und Vergleich mit anderen Fällen

In Monaco sagte Ansah, die EM in Birmingham (10. bis 16. August) sei „das große Ziel“ für ihn. In der europäischen Jahresbestenliste belegt der für den Hamburger SV startende Ansah derzeit den zweiten Platz hinter Tokio-Olympiasieger Marcell Jacobs (Italien/9,96). Am 25./26. Juli stehen in Bochum-Wattenscheid die Deutschen Meisterschaften auf dem Programm. Die frühere Wimbledonsiegerin Marketa Vondrousova aus Tschechien war Ende Juni wegen einer verweigerten Dopingkontrolle für vier Jahre gesperrt worden. Maßgeblich im Tennis für Sanktionen ist die Internationale Agentur für Tennisintegrität (ITIA).

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