Ein Jahr nach Messerattacke: Max geht es besser – Wut auf Schule bleibt
Ein Jahr nach Messerattacke: Max geht es besser – Wut bleibt

Ein Jahr nach dem Messerangriff an einer Berliner Grundschule geht es dem damals zwölfjährigen Maximilian, genannt Max, besser – doch die Wut auf die Schule und deren Umgang mit Gewalt ist geblieben. Der Junge wurde im Mai 2025 in Berlin-Spandau von einem Klassenkameraden mit einem Messer attackiert und erlitt mindestens elf Stiche. Er überlebte dank seiner Freundin Lilly, die seine Wunden zuhielt und Hilfe rief. Heute besucht Max eine neue Schule mit Schwerpunkt Schach und fühlt sich dort sicher.

Max’ Gesundheitszustand und Verarbeitung

„Definitiv besser“, sagt Max über seinen aktuellen Zustand. „Zwar noch nicht tiptop, aber so gut wie.“ Ein Stich unter der Achsel, der einen Lungenflügel kollabieren ließ, beeinträchtigt noch seine Ausdauer. Drei Operationen, monatelange Physio- und Ergotherapie waren nötig. Therapeutische Hilfe zur Aufarbeitung lehnte er ab: „So ein Ereignis sollte man nicht vergessen.“ Seine Mutter Franziska erklärt, die vorgeschlagene Traumatherapie habe im selben Krankenhaus stattgefunden wie die OPs – „du hast gesagt, dieses Haus willst du nie wieder betreten.“

Vorwürfe gegen die Schule

Sowohl Max als auch seine Familie sind wütend über das Verhalten der Grundschule am Weinmeisterhorn. Max kritisiert eine „komplette Ignoranz den Schülern gegenüber“. Der Angreifer habe Mitschüler zwei Jahre lang massiv bedroht, auch damit, jemanden abstechen zu wollen. „Die Schule hat das gewusst, und es wurde trotzdem nichts getan“, sagt Franziska. „Ich hasse diesen Jungen nicht. Auch er ist ein Opfer. Es wurde einfach nicht darauf geachtet, dass dieser Junge massiv um Hilfe ruft.“

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Die Familie wirft der Schule vor, die Aufsichtspflicht verletzt zu haben: Die Sportlehrkraft habe die Umkleiden aufgesperrt und sich entfernt, sodass Max und sein Angreifer allein waren. Zudem sei die Rolle von Retterin Lilly geschmälert worden. Ein Sprecher der Bildungsverwaltung widersprach: „Bereits zu Beginn des Jahres 2025 ereigneten sich mehrere Gewaltvorfälle, die entsprechende Maßnahmen seitens der Schule erforderlich machten.“ Externe Partner wie das Jugendamt und die Operative Gruppe Jugendgewalt der Kriminalpolizei seien einbezogen worden. „Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass der Junge Max lebensgefährlich verletzte.“

Umgang mit Lilly und Folgen

Lilly, die Max das Leben rettete, habe nach dem Angriff unter dem unsensiblen Umgang der Schule gelitten. Sie habe mehrere Schultage unter Tränen abgebrochen. Die Schulverwaltung bestätigte, dass ihr der Schulbesuch freigestellt wurde, und verwies auf psychologische Unterstützungsangebote. Max’ Mutter Franziska hat wenig Hoffnung, dass an der alten Schule die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Neues Umfeld und Zukunftsausblick

An seiner neuen Schule fühlt Max sich wohl. Die Lehrkräfte hätten die Schüler im Blick und griffen bei Konflikten frühzeitig ein. „Mir geht es mit dem Wissen, wie so etwas dort gehandhabt wird, wirklich viel besser“, sagt Franziska. Max hat keine Angst mehr, morgens zur Schule zu gehen, und auch der Sportunterricht bereitet ihm keine Probleme. Anderen Kindern rät er: „Erst mal natürlich zu den Lehrern gehen und denen Bescheid sagen. Und wenn das nicht funktioniert, zu den Eltern gehen – von dem Kind, das etwas macht, aber auch von dem Kind, das das Opfer ist, damit sie es unterstützen.“

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