Etruskerspitzmaus: Winziges Säugetier muss fast ununterbrochen fressen
Etruskerspitzmaus muss fast ununterbrochen fressen

Die Etruskerspitzmaus (Suncus etruscus) gehört mit einer Körperlänge von nur fünf Zentimetern und einem Gewicht von rund zwei Gramm zu den kleinsten Säugetieren der Welt. Diese Winzigkeit stellt das Tier jedoch vor eine enorme Herausforderung: Sein Stoffwechsel arbeitet so schnell, dass es fast ununterbrochen fressen muss. Längere Schlafphasen sind kaum möglich, da sonst der Energiehaushalt zusammenbricht.

Winzig und kaum zu entdecken

Die Etruskerspitzmaus ist in Nordafrika, Teilen Asiens und im Mittelmeerraum verbreitet, wie PETBOOK (ebenfalls zu Axel Springer gehörend) recherchiert hat. Sie bewohnt lichte Wälder, Buschlandschaften und Grasländer und ist überwiegend nachts aktiv. Trotz ihres großen Verbreitungsgebiets bekommen Menschen sie nur selten zu Gesicht.

Fast ständig auf Nahrungssuche

Anders als Hausmäuse ernährt sich die Etruskerspitzmaus ausschließlich von tierischer Nahrung. Auf ihrem Speiseplan stehen Insekten, Regenwürmer und sogar kleine Wirbeltiere wie junge Amphibien, Eidechsen oder Nagetiere. Aufgrund ihres extrem schnellen Stoffwechsels muss sie täglich ein Vielfaches ihres Körpergewichts fressen – das entspricht etwa 15 Heimchen oder Mehlwürmern. Daher verbringt sie fast ihre gesamte Zeit mit der Nahrungssuche.

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Mit ihrer langen Schnauze und den empfindlichen Tasthaaren spürt sie Beute im Boden oder unter Laub auf. Hat sie ein Opfer entdeckt, schlägt sie blitzschnell zu: Forschende maßen Zugriffszeiten von durchschnittlich 200, im besten Fall sogar nur 80 Millisekunden. Damit reagiert die winzige Jägerin schneller, als ein Mensch viele Berührungen überhaupt wahrnehmen kann.

Warum Schlaf zum Luxus wird

Die Etruskerspitzmaus atmet bis zu 900-mal pro Minute, ihr Herz schlägt bis zu 1500-mal. Dieser enorme Energieverbrauch zwingt sie dazu, fast ununterbrochen Nahrung zu suchen. Fehlt Futter, fällt sie in den sogenannten Torpor – einen Zustand, in dem Stoffwechsel und Körperfunktionen stark heruntergefahren werden, um Energie zu sparen. Dieses Verhalten wurde 1973 erstmals experimentell nachgewiesen.

An der biologischen Grenze

Lange galt die Etruskerspitzmaus als kleinstes Säugetier der Welt. Seit der Entdeckung der Hummelfledermaus 1974 teilen sich beide Arten diesen Titel. Forschende vermuten außerdem, dass die Etruskerspitzmaus bereits nahe an der biologischen Untergrenze für Säugetiere lebt. Je kleiner ein Tier ist, desto mehr Energie muss es aufbringen, um seine Körpertemperatur warm zu halten. Genau deshalb bestimmt die Nahrungssuche nahezu ihren gesamten Alltag.

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