Schrauben als sinnvoller Zeitvertreib: Berliner Fahrradwerkstatt stählt Jugendliche fürs Leben – aber wie lange noch?
Fahrräder reparieren, neu zusammenbauen, verkaufen – das sind die Aufgaben bei „Velo-fit“. Doch eigentlich geht es hier um die Jugendlichen, nicht um Technik. Nun ist das Projekt in Gefahr.
Künstlicher Geruch von altem Gummi liegt in der Luft, ein Schraubenschlüssel klackert metallisch. Dazu weißes Röhrenlicht, ein Radio läuft. Zwischen Fahrrädern, Reifenrahmen und Schläuchen schraubt Michael Breitenbach an einem Fahrrad: Neue Bremsbeläge und Kette ölen, lautet der Auftrag. Neben ihm steht der 17-jährige Vlad. Breitenbach, schwarzer Hoodie, Vollbart und schwarz verschmierte Hände, sagt nun: „Vlad, kannst du bitte die Kette ölen?“
Das Projekt „Velo-fit“ in Berlin bietet Jugendlichen die Möglichkeit, handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen und gleichzeitig soziale Kompetenzen zu stärken. Die Teilnehmer kommen oft aus schwierigen Verhältnissen und finden hier einen strukturierten Alltag. Sie lernen nicht nur, Fahrräder zu reparieren, sondern auch Verantwortung zu übernehmen und im Team zu arbeiten. Doch die Finanzierung des Projekts ist unsicher. Ohne ausreichende Mittel droht das Aus. Die Betreiber hoffen auf Unterstützung von Politik und Gesellschaft, um die wertvolle Arbeit fortsetzen zu können.



