Berlin hat weit mehr zu bieten als Brandenburger Tor und Mauer. Für wiederkehrende Gäste, die die üblichen Touristenattraktionen bereits kennen, hat die Redaktion sieben geheime Tipps zusammengestellt, die selbst Hauptstädter nicht jedem verraten. Von entspannten Picknicks über historische Wohnkultur bis zu actionreichen Kajaktouren – so wird der Berlin-Besuch unvergesslich.
1. Picknick im Schlossgarten Schönhausen
Im Pankower Ortsteil Niederschönhausen erstreckt sich auf 30 Hektar der Schlossgarten Schönhausen – eine der interessantesten Gartenanlagen Berlins. Auf dem Gelände vereinen sich 300 Jahre Gartengeschichte, vom Barock über den Landschaftsgarten bis zur Moderne der 1950er Jahre. Gartenarchitekt Reinhold Lingner gestaltete die Gesellschaftsterrasse, das Teehaus, Springbrunnen, geometrische Blumenbeete, Wasserbecken und kleine Gartenräume im Stil der klassischen Moderne.
Der Garten hat eine bewegte Vergangenheit: Friedrich der Große schenkte seiner Frau Elisabeth Christine das Schloss nach seiner Thronbesteigung 1740. Sie ließ es erweitern und verbrachte dort ihre Sommer. Im 19. Jahrhundert formte Peter Joseph Lenné den Garten zu einem Landschaftspark um. Seit 1949 teilt eine Mauer den Park in zwei Bereiche: Außerhalb der Mauer liegt ein lebendiger Volkspark mit Kleingärten, Sportplätzen und Spielplatz, innerhalb ein ruhiger, abgeschiedener Schlossgarten.
Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich 5–20:30 Uhr, November bis März täglich 5–19 Uhr. Eintritt frei. Adresse: Tschaikowskistraße 1, Pankow.
2. Tante Emma in Kreuzberg
Im Zentrum Kreuzbergs vereint Tante Emma Café und Bar unter einem Dach. Tagsüber gibt es Frühstück und Mittagessen, abends Longdrinks, Cocktails und Live-Musik mit wechselnden DJs. Die Einrichtung im wilden 70er-Jahre-Stil und die Bierbänke im Freien an warmen Tagen machen den Ort zu einem Geheimtipp für Gäste, die tagsüber Cappuccino und abends Cocktails mögen.
Adresse: Köpenicker Straße 1, Kreuzberg. Geöffnet: täglich 9–4 Uhr.
3. Knoblauchhaus: Biedermeier-Wohnkultur in Mitte
Das Knoblauchhaus in Mitte ist ein Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert der Kaufmannsfamilie Knoblauch. Es zeigt, wie einflussreiche Kaufleute vor 200 Jahren lebten, und veranschaulicht die Berliner Wohnkultur des Biedermeier. Die Familie nutzte das Haus knapp 170 Jahre als Wohn- und Geschäftssitz. Die Biedermeier-Periode in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war geprägt vom Rückzug ins Private, nachdem die Bemühungen um einen deutschen Nationalstaat mit Meinungsfreiheit gescheitert waren.
Adresse: Poststraße 23, Mitte. Öffnungszeiten: Di–So und Feiertage 10–18 Uhr. Eintritt: 7 Euro.
4. Kajaktour durch Klein-Venedig in Spandau
Im Gebiet Tiefwerder an der Havel liegt Klein-Venedig – ein ideales Revier für Anfänger, da keine Motorboote oder Segelyachten fahren. Von der Bootsvermietung am Stößensee (Brandensteinweg 37, Spandau) führt die Tour über den Hauptgraben und Jürgengraben bis zum Spandauer Südhafen, rund um die Halbinsel Pichelswerder. Am Ufer lassen sich gelegentlich Otter oder Biber beobachten.
Öffnungszeiten: 1. Juli bis 31. August Mi–Fr 12–19 Uhr, Sa/So/Feiertage 10–19 Uhr; 1. April bis 30. September Fr 12–19 Uhr, Sa/So/Feiertage 10–19 Uhr. Ab 17 Uhr keine Bootsausgabe. Kosten: Kajak für zwei Personen ab 36 Euro pro Tag. SUPs ebenfalls ausleihbar.
5. Gärten der Welt in Marzahn
Auf der Fläche von 60 Fußballfeldern verteilen sich in den Gärten der Welt Themengärten aus verschiedenen Ländern und Regionen. Neben Spaziergängen gibt es eine Natur-Bobbahn und eine Seilbahn. Das Programm umfasst Teezeremonien, Yoga-Sessions und jährliche Veranstaltungen wie das Kirschblütenfest. Am 29. August spielt die Dresdner Philharmonie unter dem Motto „Viva la Vida – Es lebe das Leben“ ein Open-Air-Konzert mit spanischen und lateinamerikanischen Klängen.
Eingänge: Haupteingang Blumberger Damm 44 oder Seilbahn ab Hellersdorfer Straße 159 (Station Kienbergpark). Öffnungszeiten: täglich ab 9 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit. Eintritt: Erwachsene 9 Euro, Kinder bis 5 Jahre frei, Kinder/Jugendliche ab 6 Jahren 4 Euro.
6. Street-Art-Tour in Friedrichshain
„Berlin ist eine einzige Leinwand“, sagt Graffiti- und Street-Art-Künstler Hendrik auf der Heidt. In Friedrichshain gibt es seit den frühen 2000er Jahren eine lebendige Street-Art-Szene. Graffiti stammt ursprünglich aus der Hip-Hop-Kultur und umfasst stilisierte Schriftzüge; Street-Art entwickelte sich daraus mit Figuren und Gegenständen als Motiven. Touren werden von mehreren Anbietern durchgeführt, Startpunkt ist oft der S-Bahnhof Warschauer Straße. Kosten: 17 Euro pro Person.
7. Pfaueninsel in der Havel
Eine Fährfahrt auf die Pfaueninsel bietet einen entspannten Nachmittag abseits des Stadttrubels. Die namensgebenden Pfauen laufen frei herum, zudem leben Wasserbüffel auf der Insel. Die unter Naturschutz stehende Insel gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist 1,5 Kilometer lang, 0,5 Kilometer breit. Besucher können fremdländische Bäume und Pflanzen, rund 400 alte Eichen und den ältesten Rosengarten Berlins bestaunen. Sehenswürdigkeiten sind das Schlösschen, die Russische Rutschbahn, der Fregattenhafen, das Schweizerhaus und das Kavaliershaus.
Anreise: Adresse für Navi: Pfaueninselchaussee 100, Steglitz-Zehlendorf. Öffnungszeiten: März–Oktober täglich 10–18 Uhr, November–Dezember täglich 10–16 Uhr. Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 5 Euro.



