Gitte Hænning, die legendäre Sängerin des Hits „Ich will ’nen Cowboy als Mann“, wird am Montag, den 28. Juni 2026, 80 Jahre alt. Doch die Dänin, die seit Jahrzehnten in Berlin lebt, scherzt über ihr Alter: „80? Nee, ich werde doch 28“, sagt sie im Interview mit BILD, vier Tage vor ihrem runden Geburtstag. Ihr Lachen, eine Mischung aus dänischem Charme und Berliner Schnoddrigkeit, zeigt ihre ungebrochene Lebensfreude.
Rock ’n’ Roll kennt kein Alter
„Ich will weiter singen, weiter fühlen, weiter suchen. Und vor allem: Ich will weiter Rock ’n’ Roll“, erklärt Hænning. Sie trägt eine coole Camouflage-Jacke über einem blauen Leinenanzug, die blonden Haare unter einer weißen Baseball-Cap mit der Aufschrift „1946“ – ihrem Geburtsjahr, ein Geschenk eines Fans. Die Zahl 80 ist für sie nur ein Aufdruck, keine Grenze. Wie ihr Freund Udo Lindenberg, der ebenfalls Mitte Mai 80 wurde, gehört sie zu den Künstlern, die nicht altern, sondern Patina ansetzen.
Ein Leben für die Bühne
Aufhören? „Das ist kein Thema für mich“, betont Hænning. Sie ist aktuell auf Tournee mit ihrem Jubiläumsprogramm „Ich bin stark – 80 Jahre Gitte Hænning“. Ihre Karriere begann als Achtjährige auf der Bühne mit ihrem Vater. Mit „Ich will ’nen Cowboy als Mann“ eroberte sie die Herzen der Deutschen. Doch den Ruhm mochte sie nie: „Ich fand es grauenvoll, berühmt zu sein, bewundert zu werden, Autogramme zu geben.“ Trotzdem blieb sie der Bühne treu, die für sie mehr als ein Beruf wurde: „Sie war mein Ort für Seele, Stimme, Publikum. Ein Ort, an dem ich nach eigenen Regeln lebte.“
Keine große Geburtstagsparty
Geburtstage mag Hænning nicht feiern: „Lieber nicht. Ich feiere anonym. Wir improvisieren.“ Sie hat sich nie angepasst: „Ich wollte nie nach der Norm leben. Deswegen ist es so wichtig, im Jetzt zu leben. Ich denke nicht zurück, immer nur nach vorn.“ Ihr Hit „Ich will alles“ ist ihr Lebensmotto. „Es dreht sich immer um Liebe für mich“, sagt sie. Nach Berlin kam sie aus Liebe zu einem Mann. Derzeit ist sie nicht verliebt, aber: „Ich liebe es, verliebt zu sein. Das ist wie Champagner, das Schönste, was es gibt.“



