Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat aufgrund der anhaltenden Trockenheit und hohen Brandgefahr ab Samstag, dem 27. Juni 2026, das Grillen in Parks untersagt. Das Verbot gilt für die Grillwiese am Neuen Hain im Volkspark Friedrichshain, die Wiese gegenüber dem Kunstrasensportplatz sowie gegenüber dem Rodelhügel im Görlitzer Park und auf der Wiese zwischen Waterloo-Ufer und Zossener Straße auf dem Blücherplatz. Die Maßnahme dient dem Schutz der Grünflächen und der öffentlichen Sicherheit, wie das Bezirksamt mitteilte.
Berliner Fußballverband sagt Spiele ab – Veranstaltungen gestrichen
Der Berliner Fußball-Verband hat für das Wochenende Konsequenzen gezogen: Alle Spiele ohne Bedeutung für Aufstieg, Abstieg oder Meisterschaft werden abgesagt. Partien, die für Entscheidungen zwingend notwendig sind, sollen in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Konkret bedeutet dies: Alle Spiele im Kinderfußball werden abgesetzt, Relegationsspiele im Jugendbereich sowie das Meisterschaftsfinale der D-Junioren finden in den frühen Morgenstunden statt, Spiele im Freizeitbereich ohne Relevanz für Auf- oder Abstiege fallen aus. Bei den älteren Teams im Ü-Bereich finden Spiele am Freitag und Montag statt. Die Vereine können jederzeit Spiele verlegen.
Zahlreiche weitere Veranstaltungen in Berlin und Brandenburg wurden hitzebedingt abgesagt oder verschoben. Dazu gehören die Hellersdorfer Mini-WM für Kinder, der Fahrrad-Pride in Potsdam, der Christopher Street Day in Bernau bei Berlin, das Volkspark-Jubiläum in Potsdam, die Beachvolleyball-Landesmeisterschaft, der öffentliche Teil des Verkehrssicherheitstages der Berliner Polizei, die Auftaktveranstaltung der Berliner Seniorenwoche sowie mehrere kleinere Events wie Gartenführungen und Clean-Up-Aktionen.
Hitzerekord in Berlin droht – Tropennächte erwartet
Die angekündigte Hitzewelle könnte Berlin die höchste je gemessene Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor etwa 120 Jahren bringen. Der bisherige Rekord liegt bei 38,6 Grad, gemessen am 30. Juni 2019 in Tegel. In Tempelhof wurden an demselben Tag 38,5 Grad gemessen. Meteorologe Stefan Rubach vom Deutschen Wetterdienst prognostiziert: „In dieser Größenordnung werden wir landen“, mit Blick auf das Wochenende. Es werde „sehr heiß, ungewöhnlich heiß für Juni“.
Auch die kommenden Nächte könnten so warm werden wie nie zuvor in Berlin. Meteorologe Andreas Blei von der „Wettermanufaktur“ erklärt: „In den langjährig vergleichbaren Reihen rangiert die Station Berlin-Alexanderplatz ganz vorn mit 24,6 Grad Celsius jeweils am 10. August 1992 sowie am 21. Juli 2006.“ Für die Nächte zum Sonntag und Montag prognostizieren Wettermodelle Tiefstwerte zwischen 23 und 25 Grad. Bleibt es wärmer als 20 Grad, sprechen Meteorologen von einer „Tropennacht“. Statistisch erlebt Berlin nur 1,3 solcher Nächte im ganzen Jahr.
Gesundheitsrisiken: Senatorin appelliert an Bevölkerung
Berlins Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Ina Czyborra, appelliert an die Bevölkerung: „Schützen Sie sich und andere vor Hitze und UV-Strahlung. Trinken Sie ausreichend, vermeiden Sie körperliche Belastungen und suchen Sie kühle Räume auf.“ Sie bittet um gegenseitige Unterstützung in der Nachbarschaft: „Ein Anruf oder kurzer Besuch kann helfen, oder organisieren Sie gegebenenfalls Hilfe. Hitzeschutz geht uns alle an. Sorgen Sie gemeinsam miteinander und füreinander.“
Berlins Krankenhäuser versorgen immer mehr Hitzepatienten. Insbesondere ältere Menschen werden hitzebedingt vermehrt eingeliefert. Auch in Hausarztpraxen stellen sich jüngere und ältere Menschen vor allem mit Schwindel und Kreislaufproblemen vor. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin fordert besseren Hitzeschutz für Einsatzkräfte. GdP-Landeschef Stephan Weh beklagt: „Der Hitzeschutz auf den Dienststellen ist katastrophal. Es fehlt an Klimaanlagen und Ventilatoren in den Gebäuden, die Dienstwagen haben entweder gar keine Klimaanlage oder nur eine, die nicht wirklich funktioniert.“
Abkühlung in Freibädern und Wasserspielplätzen
Viele Menschen suchen Abkühlung in den Berliner Freibädern. Das Columbiabad in Neukölln konnte nach kurzzeitiger Schließung aufgrund technischer Probleme am Mittwoch wieder öffnen. „Wir bedauern die kurzzeitige Schließung“, sagte eine Sprecherin der Berliner Bäder-Betriebe. Auch das Prinzenbad in Kreuzberg ist nach einem Brand in einem Schaltschrank wieder geöffnet. Eine Live-Karte der Berliner Bäder zeigt die Auslastung in Echtzeit an.
Die Stadt bietet eine Vielzahl an Brunnen, Spielplätzen und Wasserspielen, die zum Planschen und Spielen einladen. Im Mauerpark gibt es eine Nebeldusche – die erste Anlage dieser Art in Berlin, wie eine Mitarbeiterin des Lageso dem Tagesspiegel erklärte. Einziges Problem sei der sehr hohe Kalkgehalt des Berliner Wassers, der die Düsen verstopft.
Wasserversorgung stabil – Blutreserven knapp
Trotz Hitzewelle bleibt die Wasserversorgung der Hauptstadt stabil. Die Blutreserven des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost befinden sich jedoch auf einem kritischen Niveau. Der aktuelle Bestand liege deutlich unter der erforderlichen Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen, teilte der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost mit. Grund sei auch die Hitzewelle, die die Spendenbereitschaft sinken lasse. Allein in Berlin und Brandenburg benötige der DRK-Blutspendedienst rund 600 Blutspenden an jedem Werktag.
Die Bahn bietet wegen der Hitze kostenlose Stornierungen für Fernverkehrsreisen bis einschließlich 30. Juni an. Dies gilt für alle Tickets, die bis zum 23. Juni gekauft wurden, einschließlich Spar- und Supersparpreisen.



