Strampeln und Gutes tun: Die 13. Herzfahrt startet
Ab dem 28. Juni heißt es wieder: Fahrrad fahren und Gutes tun – nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch für herzkranke Kinder. Die 13. Herzfahrt, veranstaltet von der BB Bank (ehemals PSD Bank), läuft vom 28. Juni bis 5. Juli 2026. Jeder kann mitmachen und die gefahrenen Kilometer mit der BB-Bank-Herzfahrt-App erfassen. Für jeden geradelten Kilometer spendet die BB Bank 20 Cent. Das Finale und die Abschlussveranstaltung finden am 5. Juli auf dem Tempelhofer Feld statt.
Spendenziel: 75.000 Euro für die Klinik für Angeborene Herzfehler
Die Spendensumme – in diesem Jahr lautet das Ziel 75.000 Euro – geht an die Klinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum Berlin Charité. Wir haben mit dem Direktor, Professor Felix Berger, gesprochen.
Professor Berger über angeborene Herzfehler
Wie viele Kinder kommen jedes Jahr mit einem Herzfehler zur Welt?
Jedes 100. Neugeborene in Deutschland hat einen angeborenen Herzfehler. Bei circa 600.000 Kindern pro Jahr sind das 6000 Kinder. Ein Drittel davon hat sehr einfache Herzfehler, die oft von allein ausheilen. Ein Drittel hat einen mittelschweren Herzfehler, der meist bis zur Einschulung operiert werden muss. Und ein weiteres Drittel kommt mit einem sehr komplexen Herzfehler zur Welt, der schon bei Neugeborenen eine Herzoperation oder einen Herzkatheter-Eingriff nötig macht.
Wie viele dieser Kinder behandeln Sie in Ihrer Klinik?
Am Deutschen Herzzentrum der Charité behandeln wir pro Jahr circa 1100 Kinder und Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern.
Wie sind die Heilungschancen?
Die heutigen Therapiemöglichkeiten sind schon so gut, dass wir weit über 90 Prozent aller Kinder mit einem angeborenen Herzfehler weit in das fortgeschrittene Erwachsenenalter begleiten können. Manche dieser Patienten benötigen mehrere Therapieschritte, bevor sie als ausreichend behandelt gelten dürfen. Im Regelfall ist das Behandlungsziel, ein normales Leben führen zu können. Das gelingt auch bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten mit einem angeborenen Herzfehler.
Warum Spenden trotz Krankenversicherung nötig sind
Warum werden Spenden für herzkranke Kinder in Deutschland gebraucht? Die Behandlung zahlen doch die Krankenkassen?
Natürlich werden in Deutschland aufgrund unseres sehr guten Krankenversorgungssystems die Herzoperationen und Behandlungen von den Krankenkassen übernommen. Dennoch sind von so großen Zentren wie unserem immer wieder Innovationen und Erweiterungen von Behandlungsmöglichkeiten gefordert. Deren Entwicklung wird aber nicht von den Krankenkassen gezahlt, da das nur an wenigen ausgewählten Zentren, wie zum Beispiel bei uns an der Charité, gemacht wird. Für genau solche Innovationen oder therapieerweiternde Behandlungsschritte, die dann die Versorgung in ganz Deutschland verbessern, werden Spenden gebraucht.
Bisherige Erfolge durch die Herzfahrt
Was konnte bereits mit den Herzfahrten finanziert werden?
Durch die Herzfahrten in den letzten zwölf Jahren konnten schon sehr viele solcher Projekte umgesetzt werden. Zum Beispiel die Einführung von Avataren, um die unsere teilweise sehr lang auf Station liegenden Kinder vom Krankenhausbett in den Schulalltag zu integrieren. Oder die Anschaffung eines speziellen Herz-Ultraschall-Analysesystems, welches gerade die dreidimensionale Analyse der rechten Herzkammer erleichtert, und damit besondere Aussagen über deren Funktionalität und die Behandlungsbedürftigkeit zulässt.
Spendenverwendung 2026: Sicheres Transportsystem
Wofür soll die Spende der diesjährigen Herzfahrt eingesetzt werden?
Dieses Jahr fahren wir für die Weiterentwicklung und Etablierung eines sicheren Transportsystems für schwer kranke Kinder, die von einem anderen Krankenhaus ins Herzzentrum verlegt werden müssen, aber kein normaler Intensivtransport ohne eine Herzlungenmaschine mehr möglich ist. Dieses Gerät, das Herz und/oder Lunge ersetzen kann, und der kleine Patient müssen im Krankenwagen oder Helikopter sicher fixiert werden. Gerade für kleine Säuglinge und Neugeborene, die zu uns ins Herzzentrum verlegt werden, ist eine Modifikation vorhandener Transportliegen notwendig. Und genau für diese speziellen Transporteinheiten für herzkranke Neugeborene und Säuglinge wird das Spendengeld eingesetzt.
Professor Berger: „Jeder Kilometer zählt“
Sie fahren wie jedes Jahr auch beim Finale auf dem Tempelhofer Feld mit – welches Kilometerziel haben Sie sich diesmal gesetzt?
Für mich hat beim Fahrradfahren Sicherheit die höchste Priorität. Deshalb bin ich immer zurückhaltend, ein fixes Kilometerziel festzulegen. Was ich allerdings versprechen kann: Ich werde wie immer alles geben, um eine maximale Kilometerleistung zu erreichen. Unser Motto bei der Herzfahrt: Jeder Kilometer zählt!
So können Sie teilnehmen
Wer bei der Herzfahrt mitmachen möchte, braucht dafür die kostenlose BB-Bank-Herzfahrt-App, mit der die gefahrenen Radkilometer gezählt werden. Für jeden Kilometer spendet die BB Bank 20 Cent für die Klinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum der Charité. Ob in der Freizeit oder auf dem Arbeitsweg – alle vom 28. Juni bis 5. Juli erfassten Kilometer zählen. Vom Erlös der BB-Bank-Herzfahrt wird eine sichere Transporteinheit für herzkranke Neugeborene und Säuglinge finanziert. Beim Herzfahrt-Finale am 5. Juli auf dem Tempelhofer Feld werden von 15 bis 18 Uhr die letzten Kilometer gesammelt. Alle Infos und Teilnahmebedingungen: www.bbbank.de/herzfahrt.



