Venedig plant Eintritt bis 50 Euro gegen Massentourismus
Venedig: Eintritt bis 50 Euro gegen Touristenmassen

Venedig plant drastische Erhöhung der Eintrittsgebühr

Venedig erwägt, die Eintrittsgebühr für Tagesbesucher auf bis zu 50 Euro zu erhöhen. Der neue Bürgermeister Simone Venturini hat diesen Vorschlag vorgelegt, der in der Stadt für heftige Diskussionen sorgt. Erst vor zwei Jahren wurde in der Lagunenstadt eine Gebühr von 5 bis 10 Euro für Tagesgäste eingeführt. Nun soll diese an besonders stark frequentierten Tagen verzehnfacht werden.

„Wenn das Eintrittsgeld für Tagesgäste heute zwischen fünf und zehn Euro liegt, besteht mein Vorschlag darin, es an bestimmten Tagen auf 30 bis 50 Euro anzuheben“, zitierte die Zeitung „Corriere della Sera“ den Bürgermeister. Venturini war bereits als Tourismusstadtrat unter seinem Vorgänger Luigi Brugnaro an der Einführung der Gebühr im Jahr 2024 beteiligt.

Kampf gegen den Massentourismus

Ziel der Maßnahme ist es, den anhaltenden Massentourismus einzudämmen. Die Gebühr gilt für Besucher, die nur für wenige Stunden in die Stadt kommen und dort nicht übernachten. Derzeit kostet ein Tagesticket zehn Euro; bei Vorabbuchung mindestens drei Tage vorher beträgt der Preis fünf Euro. In diesem Jahr wird die Gebühr von Anfang April bis Ende Juli an insgesamt 60 Tagen erhoben. An den bisher 42 Tagen mit Eintrittsgebühr wurden rund 268.000 Tickets zum regulären Preis von zehn Euro verkauft, während sich etwa 245.000 Menschen für die günstigere Vorabbuchung entschieden.

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Kritik am „Superticket“

Venturinis Plan stößt auf scharfen Widerstand. Venedigs Ex-Bürgermeister Massimo Cacciari bezeichnete die Gebühr als „Barbarei“ und warnte, die Stadt drohe zu einem Museum zu werden. Der Verfassungsrechtler Ludovico Mazzarolli kritisierte im „Corriere della Sera“, eine Gebühr von 50 Euro sei keine einfache Zugangsgebühr mehr, sondern könne als Einschränkung der Bewegungsfreiheit verstanden werden. In sozialen Netzwerken ziehen Nutzer Vergleiche zu Freizeitparks wie Disney oder Gardaland, deren Eintrittspreise zwischen 39 und 59 Euro liegen.

Allerdings lässt sich die Eintrittsgebühr nicht einfach anheben. Obwohl sie per Gemeindeverordnung eingeführt wurde, ist die Obergrenze italienischen Medienberichten zufolge in einem nationalen Gesetz festgelegt. Daher muss Venturini die Pläne zunächst mit der Regierung in Rom abstimmen.

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