Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, bleibt vorerst in Untersuchungshaft. Medienberichten zufolge akzeptiert der 29-Jährige eine entsprechende Gerichtsentscheidung und legt keine Berufung ein. Dies bestätigte sein Anwalt Petar Sekulic gegenüber der Zeitung „Aftenposten“. Damit bleibt Høiby mindestens bis zum 13. Juli in Haft; danach muss die Staatsanwaltschaft über eine mögliche Verlängerung entscheiden.
Verurteilung zu vier Jahren Haft
Høiby war vergangene Woche in Oslo zu vier Jahren Haft verurteilt worden, unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen. Noch am Tag der Urteilsverkündung hatte er beantragt, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. Er argumentierte, seiner schwer kranken Mutter beistehen zu wollen. Kronprinzessin Mette-Marit leidet an der unheilbaren Lungenfibrose und hatte sich kürzlich einer Lungentransplantation unterzogen. Das Gericht lehnte den Antrag jedoch ab.
Hintergründe der Untersuchungshaft
Høiby sitzt seit Anfang Februar in Untersuchungshaft, nachdem er gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin verstoßen hatte. Seitdem hatte er mehrfach erfolglos eine Freilassung beantragt. Die Gerichte befürchteten, er könne seine Ex-Freundin erneut aufsuchen, und sahen zudem das Risiko weiterer Gewalttaten gegen die Frau. In der Entscheidung hieß es, falls sich der Prozess durch ein Berufungsverfahren in die Länge ziehe, müssten Alternativen wie eine elektronische Fußfessel in Betracht gezogen werden.
Berufungsverfahren wahrscheinlich
Høiby will die Verurteilung zu vier Jahren Haft für insgesamt 34 Straftaten nicht akzeptieren. Seine Verteidiger haben angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Ein Berufungsprozess könnte laut norwegischen Medien möglicherweise erst im kommenden Jahr stattfinden. Bis dahin bleibt Høiby in Untersuchungshaft, es sei denn, die Staatsanwaltschaft entscheidet anders.



