Hitze legt Leipzigs Straßenbahnen lahm – Freiwillige befreien Gleise
Hitze stoppt Straßenbahnen in Leipzig – Helfer befreien Gleise

In Leipzig fallen seit Tagen die Straßenbahnen aus – Grund ist die extreme Hitze, die die Fugenmasse der Gleise aufweichen ließ. Ein schwarzes Bitumengemisch blockiert die Räder und Fahrwege der Trams. Doch die Leipzigerinnen und Leipziger zeigen sich hilfsbereit: In Warnwesten befreien Freiwillige die Gleise mit Gartenharken und Schaufeln. Die Aktion erinnert an die Heldenstadt der friedlichen Revolution, wirft aber auch Fragen zum Hitzeschutz auf.

Hilfe aus der Bevölkerung

Die Freiwilligenaktionen sind beeindruckend: Viele Bürger kommen, um die Gleise freizukratzen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) hatten um Unterstützung gebeten, nachdem die Hitze die Gleise unpassierbar gemacht hatte. „Die Menschen packen an, das ist großartig“, sagt ein Sprecher der LVB. Dennoch bleibt die Situation angespannt: Der Tramverkehr wird voraussichtlich erst in der kommenden Woche wieder normal laufen. Wer kein Fahrrad hat, ist auf Busse, Autos oder das Zufußgehen angewiesen. Die Hitze hat auch andere Bereiche der Stadt getroffen: Besonders ältere Menschen und Kranke leiden unter den hohen Temperaturen.

Kritik an fehlendem Hitzeschutz

Die Hilfsbereitschaft macht gleichzeitig sauer: „Wie kann es sein, dass das überhaupt notwendig ist?“, fragt sich mancher. Der Preis für das Chaos wird von denjenigen gezahlt, die kein Auto haben – den weniger mobilen Bürgern, die der Hitze ohnehin stärker ausgesetzt sind. Deutschlandweit haben bislang nur sieben Bundesländer und wenige Kommunen Hitzeaktionspläne, wie eine aktuelle Karte zeigt. Sachsen und Leipzig sind nicht darunter. Umweltminister Carsten Schneider hält die vom Bund bereitgestellten 100 Milliarden Euro für die Infrastruktur für ausreichend, doch Kritiker bezweifeln das. Marc Röhlig vom SPIEGEL hat zusammengestellt, was bereits passiert ist und warum der Klimaschutz vor Ort oft so praktisch bleibt.

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Hitzeschutz in Kliniken und Pflegeheimen

Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass Deutschland mehr tun muss, um sich vor Hitze zu schützen. Besonders in Altenheimen, Krankenhäusern und Schulen sind Maßnahmen dringend nötig. Die Berliner Klinik „Charité“ zeigt, wie es anders geht: Mit Kühldecken, Ventilatoren und angepassten Arbeitszeiten trotzt sie den hohen Temperaturen. Doch viele Einrichtungen sind für Hitzewellen kaum gerüstet. Hohe Temperaturen in Patientenzimmern, schweißtreibende Schutzkleidung und ermattete Pfleger sind die Folge. Eine Umfrage unter Krankenhäusern ergab, dass nur jede dritte Klinik über einen Hitzeaktionsplan verfügt.

Ökostrom und Klimaschutz international

Während in Leipzig die Hitze das Leben erschwert, gibt es auch positive Nachrichten: Wind, Sonne und Wasser haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 58 Prozent des Stroms in Deutschland erzeugt – so viel wie nie zuvor in diesem Zeitraum. Experten sehen Chancen im Kampf gegen steigende Energiepreise. Auch international tut sich etwas: Pakistan hat die Solarstromproduktion in drei Jahren verdreifacht, Indien produziert mehr Ökostrom, als es verbraucht. Weltweit wurden 2025 zwar so viel Erdöl, Erdgas und Kohle verbrannt wie noch nie, doch die erneuerbaren Energien legen zu.

Bahn-Konkurrenz aus Italien

Die Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz: Der italienische Zugkonzern Italo fordert Zugang zu deutschen Schienen, die Netzagentur will ihn ermöglichen. Auf diesen Strecken können Kunden auf mehr Angebot und günstigere Preise hoffen. Wann es losgeht, ist noch offen, aber die Aussichten sind vielversprechend.

Frankreichs Rechtspopulisten in der Krise

In Frankreich zerlegen sich die Rechtspopulisten selbst: Jordan Bardella, Chef des Rassemblement National, entfernt sich Schritt für Schritt von seiner Ziehmutter Marine Le Pen. Diese hat mit der französischen Justiz zu kämpfen. Ein Gericht wird nun entscheiden, wie es für die Partei weitergeht – das Duell dürfte den Präsidentschaftswahlkampf verändern.

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Gute Nachrichten aus der Bildung

Alexander Jorias aus Hessen hat mit 900 von 900 Punkten die Bestnote im Abitur hingelegt. Der 19-Jährige gibt an: „Von der Oberstufe an, ab Klasse 11, habe ich im Klassenzimmer 110 Prozent gegeben. Ich meldete mich bei jeder Frage, die ich beantworten konnte, selbst wenn es manchmal Klugscheißerei war.“ Er lernte täglich zwei Stunden am Morgen und nutzte künstliche Intelligenz als kostenlosen Nachhilfelehrer. „Die KI sollte mich auf keinen Fall nur loben“, sagt Jorias. Was er studieren möchte, überrascht vielleicht.