Mitten in einer Wohnsiedlung im Berliner Bezirk Neukölln sorgt eine kleine Hobbyfarm mit zehn Hühnern und vier Schafen für Unmut bei den Anwohnern. Das Grundstück gehört einem unbewohnten Haus, das 2022 von einer ausländischen Familie gekauft wurde. Die Besitzer nutzen den Garten als Tierhaltung, was für das Bezirksamt Neukölln legal ist.
Anwohnerin berichtet von Lärm und Schlafmangel
Anwohnerin Kathrin B. (35), die im Schichtdienst als Krankenschwester arbeitet, leidet unter dem Lärm. „Besonders auffällig war ein Huhn, das von morgens ab 4 Uhr bis Anbruch der Dunkelheit ständig rumgegackert hat“, sagt sie. Seit Mai 2026 wird das Federvieh durch einen Hahn ergänzt, dessen Krähen die gesamte Nachbarschaft übertönt. Die Tiere leben tagsüber im Garten und nachts in einem Stall im Keller des Hauses.
Zustand der Tiere sorgt für Besorgnis
Die Schafe, die seit Mai auf dem Gelände sind, nutzen den Garten als Futterquelle, der jedoch mit Bauschutt, kaputten Gartenstühlen und Dreck übersät ist. „Eines der Tiere hing schon im Geländer zum Treppenbereich fest und fiel anschließend kopfüber die Treppe zum Keller runter“, berichtet Kathrin B. Sie und andere Nachbarn haben mehrfach Polizei, Ordnungsamt und Veterinäramt alarmiert. Nach einem Wochenende bei 40 Grad ohne Wasser für die Tiere blieb eine Reaktion aus. „Der Rasen ist mittlerweile verbrannt. Deshalb fressen die Schafe die vom Regen aufgeweichte Pappe, die im Garten herumliegt“, so die Anwohnerin.
Bezirksamt sieht keine akute Gefährdung
Pressesprecherin Sandra Beier vom Bezirksamt Neukölln erklärt auf Anfrage: „Die Schafe befinden sich seit Mai 2026 auf dem Gelände und wurden bereits einzeln durch unsere Tierärzte untersucht. Den Tieren geht es gut. Auch wenn die Haltung nicht unbedingt gewöhnlich ist, besteht keine akute Gefährdungslage aus Tierschutzgründen.“ Daher könnten die Tierärzte aktuell keine sofortige Mitnahme der Schafe anweisen. Dem Bezirksamt liegt eine Anzeige wegen Lärmbelästigung vor, und es wurde eine Schädlingsbekämpfung in Auftrag gegeben.
Aktuelle Entwicklung
Laut Kathrin B. sind die Schafe seit drei Tagen nicht mehr auf dem Grundstück gesichtet worden. Die Nachbarn fordern weiterhin Maßnahmen gegen die Lärmbelästigung und eine Überprüfung der Tierhaltung.



