Das Humboldt Forum in Berlin feiert seinen fünften Geburtstag. Doch während die Diskussionen um die umstrittene Fassade und die Kuppelinschrift anhalten, stellt sich eine grundlegende Frage: Wohin entwickelt sich der Schloss-Neubau? Ein Kommentar von Nikolaus Bernau im Tagesspiegel macht deutlich, dass ein Sammlungsbereich sträflich unterbelichtet bleibt: Europa.
Positive Entwicklung unter Hartmut Dorgerloh
Alle, die die Arbeit des Humboldt Forums intensiver verfolgen, erkennen an: Mit dem ersten wirklichen Intendanten Hartmut Dorgerloh hat sich viel getan. Insbesondere der kritische Blick auf die europäische und deutsche Geschichte, den Kolonialismus und Rassismus wurde geschärft. Dennoch bleibt ein blinder Fleck.
Europa im Humboldt Forum zu wenig präsent
Der europäische Sammlungsbereich sei sträflich unterbelichtet, so der Kommentar. Dabei biete das Museum Europäischer Kulturen (MEK) eine einzigartige Perspektive auf die Vielfalt Europas – von Alltagskultur bis zu zeitgenössischen Phänomenen. „Das muss sich ändern“, fordert Bernau. Eine stärkere Einbindung des MEK in das Humboldt Forum könnte die europäische Dimension stärken und gleichzeitig den kritischen Dialog über Europas Rolle in der Welt vertiefen.
Kritik an fehlender europäischer Perspektive
Die Debatte um das Humboldt Forum ist von Kontroversen geprägt: Rechtsradikale Fassadenstifter, die umstrittene Kuppelinschrift mit ihrer Forderung nach Unterwerfung unter Christus – all das überschattet oft die inhaltliche Arbeit. Doch der Kommentar lenkt den Blick auf ein strukturelles Problem: Europa als Sammlungs- und Forschungsschwerpunkt werde vernachlässigt. Dabei sei der Schloss-Neubau prädestiniert, europäische Kulturgeschichte in globalem Kontext zu zeigen.
Forderung: Museum Europäischer Kulturen ins Humboldt Forum
Bernau plädiert dafür, das Museum Europäischer Kulturen als festen Bestandteil des Humboldt Forums zu etablieren. „Das MEK gehört hinein!“ – so die klare Forderung. Dies würde nicht nur die europäische Perspektive stärken, sondern auch das Profil des Hauses schärfen. Nach fünf Jahren sei es Zeit für eine Neuausrichtung.



