Häusliche Gewalt gegen Männer: Heikos jahrelange Leidensgeschichte
Häusliche Gewalt gegen Männer: Heikos Leidensgeschichte

Heiko wusste irgendwann nicht mehr, wie oft seine Ehefrau zugeschlagen hatte. Nur, dass es fast täglich geschah. Zuerst mit Worten, dann mit Fäusten. Später benutzte sie alles, was ihr in die Hände fiel: eine Flasche, einen Toaster, eine Metallstange eines Wischmopps – sie verfehlte ihn knapp. Sie würgte ihn. Und dann kam der Moment, in dem er dachte: Jetzt bringt sie mich um.

Fünf Jahre in einer gewalttätigen Ehe

Fünf Jahre lang war Heiko Opfer von Partnerschaftsgewalt durch seine Ehefrau. Sein Name wurde geändert, um alle Beteiligten zu schützen. Lange schwieg er aus Scham, bevor er den Weg aus der Beziehung fand. „Ich konnte ihr nicht entkommen, weil ich dachte, ich müsste die Familie zusammenhalten“, sagte Heiko der Funke Mediengruppe. Die psychischen und physischen Narben sind geblieben.

Statistik: Jedes vierte Opfer ist männlich

Heiko ist kein Einzelfall. Laut Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) waren im vergangenen Jahr insgesamt 265.942 Menschen von häuslicher Gewalt betroffen. Davon sind 27 Prozent der Opfer männlich. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da viele Männer aus Scham oder Angst vor Stigmatisierung keine Anzeige erstatten.

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Mehr Männer suchen Hilfe

Immer mehr Männer suchen gezielt Gewaltschutzeinrichtungen auf. Im Jahr 2024 waren es 751 männliche Hilfesuchende – ein Anstieg um 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Beratungsstellen verzeichnen eine steigende Nachfrage nach spezifischen Angeboten für männliche Opfer. „Viele Männer erkennen sich selbst nicht als Opfer, weil das gesellschaftliche Bild des starken Mannes dominiert“, erklärt eine Sprecherin des Hilfstelefons „Gewalt gegen Männer“.

Hilfsangebote und Auswege

Für betroffene Männer gibt es inzwischen bundesweit Beratungsstellen und Schutzwohnungen. Das Hilfstelefon „Gewalt gegen Männer“ ist unter 0800 123 99 00 erreichbar. Experten raten, sich frühzeitig Hilfe zu holen, um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen. Heiko gelang der Ausstieg schließlich mit Unterstützung eines Freundes und einer Beratungsstelle. „Ich habe gelernt, dass es keine Schande ist, Hilfe zu suchen“, sagt er heute.

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