Jeder Fünfte in Deutschland fühlt sich besonders gestresst
Jeder Fünfte in Deutschland fühlt sich besonders gestresst

Jeder fünfte Mensch in Deutschland fühlt sich besonders gestresst. Dies geht aus einer Analyse des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Besonders betroffen sind Frauen, Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren und Menschen mit geringem Bildungsabschluss.

Datengrundlage der Untersuchung war das Panel „Gesundheit in Deutschland“ des RKI. Für die aktuelle Studie wurden Antworten von über 27.000 Teilnehmern im Alter von 18 bis 99 Jahren ausgewertet.

Arten der Stressbewältigung

Die am häufigsten genannten Bewältigungsstrategien gegen Stress waren Problemlösen, Beharrlichkeit – etwa das Verfolgen eines Ziels trotz Schwierigkeiten – und flexible Strategien, die je nach Situation angepasst werden. Am seltensten wurden Verdrängung, Wunschdenken sowie proaktives Handeln wie der Aufbau von Ressourcen oder die Vorbeugung von Problemen genannt.

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Insgesamt waren Problemlösen, Flexibilität bei den Strategien und proaktives Handeln mit einem geringeren Stresserleben verbunden, während Verdrängung und Wunschdenken mit einem höheren Stressniveau einhergingen.

Laut RKI zeigen Studien, dass Frauen häufiger soziale Unterstützung zur Stressbewältigung nennen sowie emotionsbasierte und vermeidende Strategien. Männer hingegen greifen öfter auf problemfokussierte und rationale Strategien zurück. Das höhere Stresserleben bei Frauen könnte damit zusammenhängen, dass sie häufiger unterschiedlichen Stressoren ausgesetzt sind, Stress anders interpretieren oder sich in ihren Bewältigungsstrategien von Männern unterscheiden. „So erleben Frauen mehr tägliche, kleinere Stressfaktoren, mehr chronischen Stress und nehmen bedeutende Lebensereignisse als weniger kontrollierbar wahr als Männer“, so das Autorenteam.

Ältere weniger gestresst

Der Stress ist im jungen Erwachsenenalter am höchsten. Dass Menschen bis 64 Jahre das größte Risiko für eine erhöhte Stressbelastung aufweisen, könnte an der Mehrfachbelastung durch Job, Betreuungsarbeit für Kinder und Eltern sowie finanzieller Verantwortung liegen. Bei Älteren nahm das Stressempfinden zunächst ab, stieg jedoch in der Gruppe der 80- bis 99-Jährigen wieder an. Gründe hierfür können gesundheitsbezogene Belastungen, funktionale Einschränkungen und das Erleben von Verlusten sein, während positive emotionale Erfahrungen nicht weiter zunehmen oder sogar wieder abnehmen.

Im Einklang mit früheren Studien ging auch bei dieser Untersuchung eine hohe formale Bildung mit weniger wahrgenommenem Stress einher. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen der hohen Bildungsgruppe mehr Bewältigungsstrategien wie Problemlösen und weniger Verdrängung angaben. Allerdings sind viele Möglichkeiten zur Stressbewältigung sozial ungleich verteilt: So gehen mit höheren Bildungsabschlüssen auch mehr Selbstwirksamkeit, Kontrollgefühl, soziale Unterstützung und materielle Ressourcen einher.

Die wahrgenommene Stressbelastung hat sich laut RKI im Vergleich zum Panel von 2014 deutlich erhöht. Ähnliches gilt auch für weitere deutsche und internationale Studien. Laut des „Stress-Reports“ der Techniker Krankenkasse ist der Anteil der Menschen in Deutschland, die sich häufig oder manchmal gestresst fühlen, von 57 Prozent im Jahr 2013 auf 66 Prozent im Jahr 2025 gestiegen.

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