Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat einen weitreichenden Vorschlag zur Neuorganisation der Lehrkräfteausbildung vorgelegt. Er plädiert für die Schaffung einer eigenständigen Universität, die sich ausschließlich der Ausbildung von Pädagogen widmen soll. „Am besten wäre ein zentraler Ort“, erklärte Krach am Mittwoch im Gespräch mit dem Tagesspiegel.
Kritik an bisherigen Maßnahmen
Krach zeigte sich unzufrieden mit den bisherigen Versuchen, den akuten Personalmangel an Berlins Schulen zu bekämpfen. Alle bisherigen Ansätze hätten nicht zum gewünschten Erfolg geführt, so der SPD-Politiker. Eine zentrale „School of Education“ könnte seiner Meinung nach Abhilfe schaffen. Im aktuellen SPD-Wahlprogramm war von einem solch radikalen Schritt noch keine Rede; dort fanden sich lediglich moderatere Vorschläge.
Reaktionen aus der Bildungspolitik
Der Vorstoß von Krach dürfte in der bildungspolitischen Landschaft Berlins für Diskussionen sorgen. Die Idee, die Lehrkräfteausbildung aus den bestehenden Hochschulen herauszulösen und an einer spezialisierten Einrichtung zu bündeln, wird von Experten unterschiedlich bewertet. Befürworter sehen darin eine Chance, die Qualität der Ausbildung zu steigern und mehr junge Menschen für den Lehrerberuf zu gewinnen. Kritiker warnen hingegen vor einem möglichen Qualitätsverlust durch die Trennung von der universitären Forschung.
Die SPD Berlin will mit diesem Vorschlag ein klares Zeichen setzen, dass sie die Bildungspolitik als zentrales Thema im anstehenden Wahlkampf betrachtet. Ob sich die Idee einer separaten Lehrerbildungsuniversität durchsetzen lässt, bleibt abzuwarten.



