Kinderarmut in Berlin: Jedes fünfte Kind lebt mit Bürgergeld
Kinderarmut in Berlin: Jedes fünfte Kind betroffen

Mehr als jedes fünfte Kind in Berlin wächst in einer Familie auf, die auf Sozialleistungen angewiesen ist. Das geht aus einer aktuellen Antwort der Jugendverwaltung auf eine schriftliche Anfrage der jugendpolitischen Sprecherin der Linken im Abgeordnetenhaus, Regina Kittler, hervor. Demnach lebten Ende des Vorjahres 139.930 Kinder und Jugendliche in Haushalten, die Bürgergeld oder andere Grundsicherungsleistungen beziehen.

Rückgang der Kinderarmut, aber weiterhin hohes Niveau

Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Dennoch betont Regina Kittler: „Das waren zum Ende des Vorjahres 139.930 Kinder und Jugendliche, die also in der Hauptstadt Deutschlands, einem der reichsten Länder der Welt, in Armut aufwachsen.“ Die Armutsquote unter Kindern liegt damit bei rund 21 Prozent – jedes fünfte Kind ist betroffen.

Ungleiche Verteilung auf die Bezirke

Besonders stark betroffen sind Bezirke wie Neukölln, wo die Quote bei über 30 Prozent liegt. In Spandau und Marzahn-Hellersdorf sind es ebenfalls überdurchschnittlich viele. Dagegen sind die Zahlen in Steglitz-Zehlendorf und Pankow mit unter zehn Prozent vergleichsweise niedrig. Die regionale Ungleichheit bleibt damit ein zentrales Problem.

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Die Jugendverwaltung führt den leichten Rückgang unter anderem auf verbesserte Arbeitsmarktchancen für Eltern zurück. Allerdings warnen Experten, dass die hohe Inflation und die gestiegenen Lebenshaltungskosten die Familien weiter belasten. Die Linke fordert daher eine Erhöhung des Bürgergelds und gezielte Investitionen in Bildung und Infrastruktur in den betroffenen Bezirken.

Langfristige Folgen für betroffene Kinder

Kinderarmut hat weitreichende Konsequenzen: Sie beeinträchtigt die Bildungschancen, die Gesundheit und die soziale Teilhabe. Studien zeigen, dass Kinder aus armen Familien seltener einen höheren Schulabschluss erreichen und häufiger von gesundheitlichen Problemen betroffen sind. Die Berliner Politik steht daher unter Druck, nachhaltige Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

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