In Berlin wird über die Finanzierung des Schulessens diskutiert. Ein Leserbrief fragt: „Warum nur leistungsfähige Eltern zur Kasse bitten? Ist es nicht allen Eltern zuzumuten, ihrem Kind ein vernünftiges Essen zukommen zu lassen? Wozu gibt es Kindergeld? Dann wird mal auf Bier und Zigaretten verzichtet.“ Petra Selies schreibt per E-Mail, das Essen schmecke hoffentlich wieder besser, wenn nicht nur minimalistisch gekocht werde.
Kritik an Jens Spahn wegen Leihmutterschaft
Ein weiterer Leserbrief bezieht sich auf die Leihmutterschaftsdebatte und Jens Spahn. Helmut Schmidt schreibt: „Man muss Jens Spahn einfach für seine politische Akrobatik bewundern! Daheim blockiert seine CDU beharrlich jede Reform der Fortpflanzungsmedizin, um das moralische Gewissen der Nation zu mimen. Geht es aber um das eigene Privatleben, verfliegt der christliche Wertekanon blitzschnell im Steigflug Richtung USA.“ Er wirft Spahn vor, „Wasser predigen, Wein saufen“ zu betreiben: Während normale Paare bürokratische Hürden überwinden müssten, gelte für den Ex-Minister die Express-Spur. „Im Hause Spahn perlt somit der kalifornische Luxus-Champagner der Leihmutterschaft, während Otto Normalverbraucher an den CDU-vorgegebenen Gesetzen scheitert.“
Fraktionsdisziplin und Doppelmoral
Andreas Müller-Reichenwallner sieht das anders: Er verweist auf die Mehrheitsverhältnisse in der CDU und mögliche Tauschgeschäfte im Koalitionsvertrag. „Mit diesem Beschluss ist die CDU in Verhandlung mit einem Koalitionspartner gegangen und hat vielleicht im Tausch gegen irgendein anderes Thema diesen Beschluss durchgesetzt.“ Spahn habe die Entscheidung später mittragen müssen. Dass er nun selbst eine Leihmutter in Betracht ziehe, habe „ein gewisses Geschmäckle“, weil er nach außen die gegenteilige Meinung vertreten habe. „Er hat sich jetzt über die ‚Fraktionsdisziplin‘ hinweggesetzt.“
Hubertus von Goertzke fordert den Rücktritt Spahns: „Da macht sich doch Wut breit! Die Bundes-CDU sollte schnellstens dem Beispiel Berlins beim Wechsel Wegner/Evers folgen und Herrn Spahn endlich ablösen. Wie viele Skandale und Rechtsbiegungen dieses Politikers muss der Bürger eigentlich noch aushalten? Maskenskandal, Millionenvilla und jetzt Leihmütterrechtsbiegung.“ Er kritisiert, dass Spahn sich als Tugendwächter aufspiele, aber eigene Interessen verfolge, und der Staat zahle noch mit: „Das Einkommen, das er wohl zumindest anteilig mit seinem Partner für die Leihmutter in den USA bezahlen muss, erhält er ja wohl als Abgeordnetensalär von uns Steuerzahlern.“
Spandauer Bürgerinitiative gegen Baupläne
Ein Leserbrief zur Spandauer Bürgerinitiative kritisiert neue Baupläne scharf. Viviane Schütt schreibt: „Als Spandauerin kann ich die Bedenken total nachvollziehen. Wer sich mal die ganzen extrem bebauten neuen Viertel hier anschaut, fragt sich: Wo ist denn die sogenannte Schwammstadt? Alles eng auf eng mit viel Stein zwischen den Bauten und extrem warm. Bäume? Fehlanzeige!“ Sie fordert bezahlbare Wohnungen, aber nicht zur Gewinnoptimierung auf Kosten der Gesundheit. Ironisch merkt sie an: „Wir haben ja den Spandauer Forst, der gleicht das als durch Trockenheit geschädigte Fläche wieder aus.“



