Ein Kommentar von Miriam Hollstein: Die Terroristen der Roten Armee Fraktion (RAF) waren bis in die 1990er-Jahre aktiv. Das zerschossene Auto von Generalstaatsanwalt Siegfried Buback; der gekidnappte Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer mit einem Schild um den Hals; der ermordete Flugkapitän Jürgen Schumann, dessen lebloser Körper aus der „Landshut“ geworfen wird: Wer wie ich in den 70er Jahren aufwuchs, hat diese schrecklichen Bilder nicht vergessen.
Die RAF nahm das ganze Land in den Würgegriff
Die Rote Armee Fraktion versetzte Deutschland in den 1970er und 1980er Jahren in Angst und Schrecken. Die Terroristen ermordeten hochrangige Vertreter des Staates und der Wirtschaft, entführten Flugzeuge und verübten Bombenanschläge. Am Ende bezwang der Staat die Terroristen und erwies sich als wehrhafte Demokratie. Doch die Wunden blieben. Die Angehörigen der Ermordeten müssen bis heute mit dem Verlust ihrer Väter, Brüder, Söhne und Ehemänner leben. Sie starben, weil sie Vertreter des Staates waren – und deshalb auf der Zielliste der Terroristen standen.
Ein Mahnmal für die Opfer der RAF ist überfällig
Miriam Hollstein argumentiert, dass ein Mahnmal für die Opfer der RAF längst hätte errichtet werden müssen. Es sei das Mindeste, was man für die Angehörigen tun könne – und für die Erinnerung der Gesellschaft. Die Debatte um ein solches Denkmal wird seit Jahren geführt, doch konkrete Schritte blieben bisher aus. Dabei wäre ein zentraler Ort des Gedenkens ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen und für die Solidarität mit den Opfern und ihren Familien.
Die Forderung nach einem Mahnmal ist nicht neu, aber sie gewinnt an Dringlichkeit, je mehr Zeit vergeht. Die Generation, die die RAF-Terroranschläge miterlebt hat, wird älter, und die Erinnerung droht zu verblassen. Ein dauerhaftes Denkmal könnte helfen, die Geschichte wachzuhalten und künftige Generationen zu mahnen.



