Mückenplage in Deutschland: Wärme und Regen begünstigen Insekten
Mückenplage: Wärme und Regen begünstigen Insekten

Die bevorstehenden warmen Sommertage mit gelegentlichem Regen schaffen ideale Bedingungen für Stechmücken in Deutschland. Die Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung erklärte der Nachrichtenagentur dpa: „Feuchtes und warmes Wetter bedeutet optimale Bedingungen.“ In den kommenden Tagen dürfte die Gemeine Hausmücke genügend Pfützen oder Wasser in Regentonnen finden. Besonders lästig könne aber die Asiatische Tigermücke werden, insbesondere für Gartenbesitzer; sie gilt als besonders stechfreudig. Insgesamt gebe es mehr als 50 Stechmückenarten in Deutschland, so Werner.

Entwicklungszyklus der Hausmücke

Die Gemeine Hausmücke beginne Mitte Mai, Eipakete abzulegen, sagt Werner. Ist es feucht und warm, können sich mehrere Populationen im Jahresverlauf entwickeln. Die Hausmücke findet genügend Wasserpfützen als Bruthabitat. „Ende August ist der Höhepunkt der Populationsdichte, was wir an den verstärkten Anflügen merken.“ Umgekehrt wird eine länger andauernde Hitzewelle ohne Regen für Hausmücken zum Problem. „Fehlt Regen über zwei bis drei Wochen, ist die Entwicklung stark eingeschränkt, da dann die Bruthabitate Mangelware sind“, so Werner.

Asiatische Tigermücke: Kleinste Wasseransammlungen reichen

Die Asiatische Tigermücke sei im Gegensatz in der Lage, schon kleinste Wasseransammlungen zu nutzen, um sich zu vermehren. Es reichten mit Wasser gefüllte Blumentopf-Untersetzer, Vogeltränken oder Blumenvasen auf Friedhöfen. „Wenn nur zwei bis drei Millimeter Wasser stehen bleiben, reicht das völlig aus.“ Die Tigermücke stammt ursprünglich aus den Tropen und kann Krankheitserreger wie Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen. Bisher ist in Deutschland kein Fall bekannt, bei dem eine hier lebende Tigermücke einen solchen Erreger übertragen hat. Experten halten das aber nur für eine Frage der Zeit.

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West-Nil-Virus in Deutschland etabliert

Bereits in Teilen Deutschlands verbreitet hat sich das durch heimische Stechmücken auf den Menschen übertragbare West-Nil-Virus. Deutschlandweit gab es im vergangenen Jahr laut Robert Koch-Institut 14 West-Nil-Fälle, in Berlin ist das Virus laut einer Charité-Studie inzwischen fest etabliert. Häufig verläuft eine West-Nil-Infektion ohne Symptome. Wenn Erkrankungen auftreten, sind sie oft mit grippeähnlichen Erscheinungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Erbrechen verbunden. In seltenen Fällen kann die Erkrankung tödlich enden.

Schutzmaßnahmen gegen Mücken

Werner erklärte, der Prozess der Virusvermehrung in der Mücke sei ein temperaturabhängiger Vorgang und werde durch höhere Temperaturen begünstigt. „Es ist bei den aktuellen Witterungsbedingungen möglicherweise mit höheren Infektionen in diesem Jahr zu rechnen.“ Mit einfachen Schutzmaßnahmen lasse sich das Mückenaufkommen verringern, sagt Werner: Regentonnen sollten mit einem engmaschigen Netz abgedeckt werden, damit die Mücken dort keine Eier legen können. Es wird empfohlen, das Wasser von Vogeltränken alle drei Tage auszutauschen. Leere Blumenvasen auf Friedhöfen sollten umgekehrt abgestellt werden, damit sich kein Regenwasser sammeln kann.

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