Merkels blaue Phase: Staatsporträt im Bode-Museum enthüllt
Merkels blaues Staatsporträt: Eine Betrachtung

Angela Merkel hat am Dienstagabend ihr offizielles Staatsporträt im Berliner Bode-Museum präsentiert. Das Gemälde, gemalt vom deutsch-französischen Künstler Jérémie Queyras, zeigt die ehemalige Bundeskanzlerin in einem königsblauen Blazer, der das Zentrum der Komposition bildet. Die Mimik ist ernst, die Augen so blau wie der Blazer, um den Hals trägt sie eine Bernsteinkette. Merkel selbst wirkte bei der Enthüllung mehr als zufrieden und hielt eine kurze, fast leichtherzige Ansprache.

Ein unvergessliches Erlebnis für Merkel

Merkel betonte, dass sie nach dem Ausscheiden aus dem Amt zunächst Abstand gebraucht habe, bevor sie sich Gedanken über ein Porträt machen konnte. Sie sei zuvor noch nie porträtiert worden und habe die Zeit mit Queyras genossen: „Wir haben uns aufeinander eingelassen“, sagte sie. Für sie sei es ein unvergessliches Erlebnis gewesen. Queyras selbst äußerte die Hoffnung, dass Betrachter eine neue Seite an der früheren Kanzlerin erkennen würden.

Besonderheiten der Komposition

Das Werk wird bis Oktober im Bode-Museum ausgestellt, bevor es in die Kanzlergalerie im Kanzleramt einzieht. Anders als ihre Vorgänger, die auf ihren offiziellen Porträts sitzen, zeigt sich Merkel stehend – eine bewusste Metapher, wie die Künstlerin andeutet: „Merkel hat es sich nie so bequem gemacht wie die sitzenden Kanzler.“ Nur Gerhard Schröder ließ ein Brustbild von sich anfertigen, sodass seine Sitzposition unklar bleibt.

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Merkel als weibliche Ausnahmeerscheinung

Das Porträt reiht Merkel in die bundesrepublikanische Ahnengalerie ein, die bisher ausschließlich Männer zeigt. Merkel war während ihrer politischen Karriere oft die einzige Frau in Führungsrunden – eine Rolle, die sie laut Beobachtern auch genoss. Der Kunsthistoriker Horst Bredekamp, ein Freund der Ex-Kanzlerin, betonte bei ihrem 70. Geburtstag, dass Merkel kein Typ für „triumphalistische“ Inszenierungen sei, sondern die Option der Brüchigkeit bewusst sei.

Finanzierung und mögliche Rückholung

Merkel hat das Bild selbst beauftragt und bezahlt. Daher könnte sie es später aus dem Kanzleramt zurückholen, etwa wenn ihr die dortige Politik nicht mehr behagen sollte – ein möglicher Affront, der als Machtwort eigener Art verstanden werden könnte.

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