Das WM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay hat eine Debatte über den Zustand des Landes entfacht. Doch ein Kommentar von Thomas Sigmund warnt davor, voreilige Parallelen zwischen der sportlichen Niederlage und der wirtschaftlichen Lage zu ziehen. „Fußball bündelt zwar kollektive Gefühle. In einem WM-Spiel spiegelt sich aber nicht der Zustand eines Landes wider“, schreibt der Autor.
Die vermeintlichen Parallelen
Nach dem 1:1 (4:5 i.E.) im Achtelfinale gegen Paraguay wurde schnell der Vergleich zur allgemeinen Misere des Landes gezogen: eine Mannschaft mit Mittelmaß und mangelnder Leistungsbereitschaft, entrückte Führungskräfte, die sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen. Doch Sigmund betont: „Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun.“ Die Südamerikaner hätten ihre Chancen einfach besser genutzt und das nötige Quäntchen Glück im Elfmeterschießen gehabt.
Ein Gedankenspiel
Sigmund stellt ein Gedankenspiel an: Was wäre, wenn Deutschland das Elfmeterschießen gewonnen hätte? Würde dann der Iran die Straße von Hormus freigeben, US-Präsident Donald Trump keine Zölle verhängen und China keine günstigeren E-Fahrzeuge exportieren? „Natürlich nicht“, so die klare Antwort. Die Niederlage habe keine Auswirkungen auf die großen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen.
Der Kommentar richtet sich gegen die Vermischung von Sport und Politik. Während die Nationalmannschaft nach Hause fährt, steht die Regierung von Kanzler Merz vor ganz anderen Prüfungen – etwa in der Handelspolitik mit den USA oder der Energiesicherheit. „Die Regierung des Kanzlers hat die K.-o.-Runde bereits erreicht“, heißt es mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen.
Kein Abbild der Volkswirtschaft
Der Autor lehnt es ab, den Zustand der Nationalmannschaft als Metapher für die deutsche Wirtschaft zu sehen. Trotz aller Diskussionen um Konjunkturschwäche und Strukturprobleme sei der Fußball kein Indikator für den wirtschaftlichen Erfolg eines Landes. „Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun“, wiederholt Sigmund. Die Niederlage sei allein sportlich zu erklären – durch die Tagesform, das Glück im Spiel und die bessere Chancenverwertung Paraguays.
Der Kommentar endet mit einem Appell, die Dinge nicht zu vermischen. Die deutsche Volkswirtschaft habe ihre eigenen Stärken und Schwächen, die unabhängig von einem Fußballspiel betrachtet werden müssten. Die Nationalelf hingegen müsse sich nun auf die Zukunft konzentrieren und aus der Niederlage lernen.



