Neue Nationalgalerie hisst Regenbogenflaggen zum US-Jubiläum
Neue Nationalgalerie hisst Regenbogenflaggen zum US-Jubiläum

Seit dem 3. Juli wehen vor der Neuen Nationalgalerie in Berlin zwei Regenbogenflaggen des Künstlers Gilbert Baker. Die Staatlichen Museen zu Berlin würdigen damit den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Die Flaggen sind eine Leihgabe des Museum of Modern Art (MoMA) in New York.

Kunst als Statement für Demokratie

Baker entwarf die ursprüngliche Regenbogenflagge 1978 für die San Francisco Gay and Lesbian Freedom Day Parade. Das MoMA erwarb das Original 2015 und stellt es nun vor dem ikonischen Mies-van-der-Rohe-Bau an der Potsdamer Straße aus. Parallel dazu ist in der Dauerausstellung im Untergeschoss Glenn Ligons Neonschriftzug „Double America“ (2012) zu sehen, der die Licht- und Schattenseiten der US-Demokratie thematisiert.

Die Entscheidung für eine zurückhaltende Würdigung fiel nicht leicht, angesichts des illiberalen Geistes, der seit Beginn der zweiten US-Präsidentschaft von Washington ausgeht. Im Herbst 2025 kursierten Pläne für eine große Ausstellung unter Beteiligung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und Kulturmanager Walter Smerling, die jedoch nicht realisiert wurden. Stattdessen setzen die Staatlichen Museen auf eine Reihe kleiner Interventionen und Veranstaltungen.

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Programm am 4. Juli und darüber hinaus

Die Kunstbibliothek erinnert am 4. Juli um 16 Uhr im Foyer des Kulturforums mit einem Vortrag an den Architekten Erich Mendelsohn (1887–1953), der 1933 als Jude emigrieren musste. Mendelsohn-Expertin Regina Stephan stellt dessen Reiseeindrücke von 1926 sowie den Band „Russland, Europa, Amerika. Ein architektonischer Querschnitt“ von 1929 vor.

Das Staatliche Institut für Musikforschung, die Alte Nationalgalerie und der Hamburger Bahnhof bieten Führungen zu Sammlungsstücken an, die für das demokratische Erbe Amerikas stehen – von der Wurlitzer-Orgel über Vilma Parlaghy bis zu Robert Rauschenberg. Das Museum Europäischer Kulturen in Dahlem zeigt ab dem 4. Juli ein CARE-Paket und beleuchtet das deutsch-amerikanische Verhältnis, das durch die Abwicklung von US Aid unter Trump besondere Relevanz erhält.

Das Ibero-Amerikanische Institut entwickelt in einer Vortragsreihe lateinamerikanische Perspektiven auf das Datum. Auch das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, das Ethnologische Museum im Humboldt Forum, die Gemäldegalerie und das Kupferstichkabinett beteiligen sich mit eigenen Beiträgen.

Weitere Informationen unter smb.museum.

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