Dieter Nuhr sorgt mit Witz über Femizide für Empörung in der ARD
Nuhr-Witz über Frauenmorde löst Empörung aus

Dieter Nuhr (65) hat in der ARD-Show „Nuhr im Ersten XXL“ mit einem Witz über Frauenmorde für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. In der am 18. Juni ausgestrahlten Sendung sagte der Kabarettist: „Es gibt etwa 300 bis 350 Frauenmorde jedes Jahr und bitte, natürlich sind das 300 bis 350 zu viel, das ist doch keine Frage. Aber es gibt in Deutschland zig Millionen Männer, die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, ist praktisch null. Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erstmal kennenlernt.“

Empörung in sozialen Netzwerken

Die Reaktionen im Netz ließen nicht lange auf sich warten. Influencerin Josephine Schreiber kritisierte Nuhr scharf und warf ihm vor, Opfer von Gewalt indirekt die Schuld zu geben. Sie teilte ihre eigene Erfahrung: Ihr damaliger Partner sei anfangs freundlich und zuvorkommend gewesen, doch später habe sich sein Verhalten geändert. Schließlich habe sie mit einer gebrochenen Nase in der Notaufnahme gesessen. Niemand könne von Anfang an erkennen, ob ein Mensch gewalttätig werde. Schreiber erklärte: „Es widert mich an, wie absolut privilegierte Menschen, die wahrscheinlich niemals in ihrem beschissenen Leben Gewalt erlebt haben, dort sitzen und sich darüber totlachen, dass mehrmals die Woche in Deutschland Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet werden. Es wundert mich, dass menschliche Wesen wirklich derart wenig Empathie empfinden können.“

Weitere Kritik und Reaktionen

Viele Nutzer schlossen sich der Kritik an. Eine Nutzerin schrieb: „Der Kabarettist Dieter Nuhr präsentiert Ihnen eine neue Variante von: Frauen, die von ihren Männern ermordet werden, sind doch im Grunde selber schuld! Widerlich.“ Ein anderer Kommentar lautete: „Das hat schon nichts mehr mit Freiheit der Kunst zu tun. Das ist einfach nur ekelhaft.“ Und ein weiterer Nutzer meinte: „Ich weiß gar nicht, was ich schlimmer finde: ihn, die Zuschauer oder den verantwortlichen Sender.“ Die Debatte zeigt, wie sensibel das Thema Femizide in der Gesellschaft diskutiert wird und welche Grenzen der Humor in diesem Kontext hat.

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