In seiner ARD-Sendung sorgte der konservative Kabarettist Dieter Nuhr mit Witzen über ermordete Frauen für einen Eklat. In einem Kommentar für den SPIEGEL kritisiert Arno Frank die geschmacklosen Pointen und stellt fest: Nuhr bloßstellt sich damit vor allem selbst.
Nuhrs fragwürdige Pointen
Nuhr, bekannt für seine oft provokanten Aussagen, machte sich in der Sendung über Femizide lustig und suggerierte, dass betroffene Frauen im Zweifel selbst schuld seien. „Femizide? Quatsch. Betroffene? Im Zweifel selbst schuld“, fasst Frank die Aussagen zusammen. Der Kabarettist zeige damit einen „unbedingten Willen, die Kirche im Dorf zu lassen“ – doch diesmal sei er zu weit gegangen.
Reaktionen und Kritik
Die Witze stießen auf breite Empörung. Arno Frank betont in seinem Kommentar, dass Nuhrs Humor auf Kosten weiblicher Opfer gehe und er damit nicht nur geschmacklos, sondern auch sexistisch handle. „Der konservative Kabarettist macht im Fernsehen Pointen auf Kosten weiblicher Opfer – und stellt vor allem sich selbst bloß“, schreibt Frank. Die ARD-Sendung sei ein Beispiel dafür, wie Sexismus im deutschen Fernsehen verharmlost werde.
Die Debatte um Sexismus im Kabarett
Der Fall Nuhr wirft ein Schlaglicht auf die Grenzen des Humors. Während der Kabarettist selbst seine Aussagen wohl als Satire versteht, sehen Kritiker darin eine gefährliche Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen. „Es ist nicht lustig, über ermordete Frauen zu witzeln – das ist geschmacklos und respektlos“, so Frank. Die Debatte zeigt, dass Sexismus im Kabarett nach wie vor ein Problem ist.
Nuhr selbst hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die ARD wollte den Vorgang auf Anfrage nicht kommentieren. Der Artikel von Arno Frank ist am 26. Juni 2026 im SPIEGEL erschienen.



