Paartherapie: Expertin räumt mit Vorurteilen auf und zeigt Chancen
Paartherapie: Expertin räumt mit Vorurteilen auf

Viele Paare zögern lange, bevor sie professionelle Hilfe suchen. Dabei ist Paartherapie oft kein letzter Schritt vor der Trennung, sondern ein Neuanfang. Die Berliner Psychologin Inga Diminstein-Matzkuhn räumt mit hartnäckigen Mythen auf und berichtet aus ihrer Praxis.

Paartherapie als letzter Ausweg?

„Therapie ist kein Reparaturbetrieb, sondern ein Neuanfang“, sagt Diminstein-Matzkuhn. Es gehe darum, „ein neues Fundament für das nächste gemeinsame Kapitel zu bauen – mit besseren Werkzeugen für Kommunikation, mehr Verständnis und neuer emotionaler Sicherheit“. Viele Paare fürchten, dass der Gang zur Therapie das Eingeständnis des Scheiterns sei. Tatsächlich beginne die Therapie oft dort, wo beide noch etwas bewahren wollen.

Häufige Vorurteile und Ängste

Scham und Angst hindern viele an der Paartherapie. Ein verbreiteter Mythos: „Es gibt einen Schuldigen.“ Diminstein-Matzkuhn betont, dass es in der Therapie nicht um Schuldzuweisungen gehe, sondern um das Verstehen von Mustern. Ein weiteres Vorurteil: Paartherapie sei nur für Ehepaare. Auch unverheiratete Paare oder Patchworkfamilien können profitieren. Die Psychologin berichtet von einem Paar, das jahrelang unter Kommunikationsproblemen litt. Nach wenigen Sitzungen hätten sie gelernt, Konflikte konstruktiv zu lösen.

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Was Paare aus der Therapie mitnehmen

Viele Klienten berichten von mehr emotionaler Sicherheit und besserer Kommunikation. Ein anonymisierter Fall: Ein Paar stand kurz vor der Trennung, weil einer der Partner sich zurückzog. In der Therapie erkannten sie, dass das Verhalten aus Angst vor Ablehnung resultierte. Durch Übungen und Gespräche fanden sie wieder zueinander. Diminstein-Matzkuhn betont: „Paartherapie kann helfen, alte Muster sichtbar zu machen und neue Wege zu finden.“

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