Maskierte Räuber erbeuten 242.000 Euro bei Pokerturnier in Berlin
Pokerraub in Berlin: 242.000 Euro erbeutet

Am 6. März 2010 ereignete sich ein spektakulärer Überfall auf ein Pokerturnier im Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz in Berlin. Vier maskierte Männer stürmten den Ballsaal, in dem die European Poker Tour stattfand, und erbeuteten mehr als 242.000 Euro – und das vor laufenden Fernsehkameras. Die Tat sorgte weltweit für Aufsehen, doch die Täter machten entscheidende Fehler, die letztlich zu ihrer Verhaftung führten.

Der Überfall im Detail

Kurz nach 14 Uhr drangen die vier Räuber bewaffnet mit Macheten und Schreckschusspistolen in den Ballsaal ein. Sie nutzten den Moment, als der Tresor geöffnet war und die Teilnehmergebühren eingezahlt wurden. Innerhalb weniger Minuten stopften sie die Geldscheine in Jacken und eine Laptoptasche. Die Flucht führte durch das Treppenhaus zu einem bereitstehenden Fluchtwagen. Trotz der schnellen Aktion hinterließen die Täter zahlreiche Spuren: Fingerabdrücke, DNA und Videoaufnahmen, die ihre Gesichter zeigten.

Die Täter und ihre Hintermänner

Die vier jungen Männer – Jihad C., Vedat S., Ahmat el-A. und Mustafa U. – stammten aus dem Umfeld des Abou-Chaker-Clans. Sie waren Kleinkriminelle und wurden von Ibrahim el-M., dem Onkel von Jihad C., sowie Mohamed Abou-Chaker als Drahtzieher rekrutiert. Der Plan stammte von Abou-Chaker, der selbst am Turnier teilnahm und die Sicherheitslücken ausgekundschaftet hatte. Die Täter prahlten nach der Tat im Kiez, was die Polizei auf ihre Spur brachte.

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Die Aufklärung und Verurteilung

Dank der gesicherten Beweise und der Aussage eines V-Mannes konnten die Täter schnell gefasst werden. Vedat S. stellte sich zehn Tage nach dem Überfall und wurde Kronzeuge. Die anderen wurden in den folgenden Wochen verhaftet. Im Juni 2010 verurteilte das Landgericht Berlin die vier Räuber zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren und neun Monaten und dreieinhalb Jahren. Die Hintermänner Ibrahim el-M. und Mohamed Abou-Chaker erhielten sechs Jahre und vier Monate bzw. sieben Jahre und drei Monate Haft.

Die Beute bleibt verschwunden

Trotz der Verurteilungen ist der Großteil der Beute bis heute nicht aufgetaucht. Nur geringe Beträge wurden zurückgezahlt. Der Verbleib der restlichen 242.000 Euro bleibt ein Rätsel. Einer der Täter, Mustafa U., wurde 2025 in Berlin angeschossen, was möglicherweise mit alten Feindschaften aus dem Clan-Milieu zusammenhängt. Der Fall zeigt, wie dilettantisches Vorgehen und fehlende Professionalität zu einer schnellen Aufklärung führen können.

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