Am Mittwoch entscheidet das Potsdamer Stadtparlament über die Zukunft des Kreativhauses Rechenzentrum. Mehr als 300 Nutzer, darunter der Show-Zauberer Christian de la Motte, der Dokumentarfilmer Matt Sweetwood, die Jüdische Gemeinde Potsdam und der Verein der Krankenhausclowns „Lachen hilft“, bangen um ihre Arbeitsstätte. Ohne eine Einigung droht ihnen ab August der Verlust ihrer Räume.
Politische Gemengelage und mögliche Mehrheiten
Die Abstimmung ist von einer unsicheren Mehrheitslage geprägt. Laut einem Kommentar von Henri Kramer im Tagesspiegel geht es auch um die Frage, ob linke Kommunalpolitiker der AfD einen Triumph verschaffen könnten. Sollte der Weiterbetrieb scheitern, könnte dies als Erfolg der AfD gewertet werden, die sich gegen das Kreativhaus positioniert hat.
Die Befürworter des Rechenzentrums betonen die kulturelle und soziale Bedeutung des Hauses. „Es geht um mehr als nur um Räume – es geht um ein kreatives Ökosystem, das in Potsdam einzigartig ist“, so ein Sprecher der Nutzer. Die Gegner verweisen auf finanzielle und baurechtliche Bedenken.
Suche nach Kompromissen
In den letzten Tagen gab es vermehrt Appelle an die Kompromissfähigkeit aller Beteiligten. „Es wäre fatal, wenn ideologische Gräben zu einer Schließung führen“, warnte ein Stadtrat. Eine mögliche Lösung könnte eine zeitlich befristete Weiternutzung oder eine Teilfinanzierung durch die Stadt sein. Die Entscheidung wird mit Spannung erwartet, da sie weitreichende Folgen für die Potsdamer Kulturszene hat.



