Die Bibliothek der „Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V.“, die größte private Sammlung zur Geschichte der Region, steht vor dem Aus. Bis Ende 2027 muss sie ihre Räume in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) an der Breiten Straße in Berlin-Mitte räumen. Der Verein sucht händeringend nach einem neuen Standort für rund 80.000 Bücher, Zeitschriftenbände und Archivalien.
80.000 Bände und Fontanes Erbe in Gefahr
Die Sammlung umfasst nicht nur gedruckte Werke, sondern auch wertvolle Nachlässe und Handschriften. Darunter befindet sich unter anderem der Nachlass des Schriftstellers Theodor Fontane, der eng mit der Mark Brandenburg verbunden war. „Es ist eine einzigartige Sammlung, die von Ehrenamtlichen über Jahrzehnte aufgebaut wurde“, erklärt ein Sprecher des Vereins. Die Bücher stehen dicht an dicht in den Regalen, Aktenmappen und Archivkartons füllen Meter um Meter.
Die Bibliothek ist seit 1996 in der ZLB untergebracht. Der Mietvertrag läuft jedoch aus, und die ZLB benötigt die Räume für eigene Zwecke. Eine Verlängerung sei nicht möglich, so die ZLB. Der Verein muss also bis Ende 2027 eine neue Unterkunft finden.
Suche nach einem neuen Zuhause
Die Landesgeschichtliche Vereinigung hat bereits mehrere mögliche Standorte geprüft, jedoch ohne Erfolg. „Wir brauchen ausreichend Platz, eine geeignete Infrastruktur und vor allem bezahlbare Mieten“, so der Sprecher. Die ehrenamtlich geführte Einrichtung ist auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Ein Umzug in größere Räume wäre mit erheblichen Kosten verbunden, die der Verein kaum stemmen kann.
Die Bibliothek ist nicht nur für Forscher und Historiker von Bedeutung, sondern auch für die regionale Identität. „Die Sammlung dokumentiert die Geschichte Brandenburgs und Berlins über Jahrhunderte“, betont der Sprecher. „Ein Verlust wäre nicht nur für den Verein, sondern für die gesamte Region ein herber Schlag.“
Politik und Öffentlichkeit gefragt
Der Verein hofft nun auf Unterstützung aus der Politik und der Öffentlichkeit. „Wir appellieren an die Verantwortlichen in Berlin und Brandenburg, uns bei der Suche nach einer Lösung zu helfen“, so der Sprecher. „Die Sammlung darf nicht auseinandergerissen werden oder in privaten Kellern verschwinden.“
Bislang gibt es noch keine konkreten Zusagen. Die Zeit drängt: Bis Ende 2027 muss eine Lösung gefunden sein, sonst droht die Auflösung der größten privaten Bibliothek zur Geschichte der Mark Brandenburg.



