Systematische Diskriminierung muslimischer Schüler in Berlin
Eine neue Studie der Antidiskriminierungsstelle des Landes Berlin zeigt ein erschreckendes Ausmaß an antimuslimischem Rassismus an Berliner Schulen. Laut der Untersuchung berichten 40 Prozent der befragten muslimischen Schülerinnen und Schüler von rassistischen Vorfällen durch Lehrkräfte. Besonders betroffen sind Mädchen mit Kopftuch, die häufiger benachteiligt werden.
Studie offenbart alltägliche Vorurteile
Die Studie, die im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung durchgeführt wurde, befragte über 2.000 muslimische Jugendliche an 50 Berliner Schulen. „Die Ergebnisse sind alarmierend und zeigen, dass antimuslimischer Rassismus kein Randphänomen ist, sondern den Schulalltag vieler Jugendlicher prägt“, sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) bei der Vorstellung der Studie. Konkret gaben 28 Prozent der Befragten an, dass Lehrkräfte ihnen gegenüber negative Stereotype äußerten, etwa dass Muslime rückständig oder gewalttätig seien.
Kopftuch als Diskriminierungsmerkmal
Besonders häufig sind Schülerinnen mit Kopftuch betroffen. 52 Prozent von ihnen berichteten von Benachteiligungen im Unterricht, wie etwa schlechteren Noten oder der Verweigerung von Teilnahme an Klassenfahrten. „Lehrkräfte sollten Vorbilder sein, aber viele tragen Vorurteile in den Unterricht“, kritisierte die Vorsitzende des Berliner Muslimischen Schülerverbands, Aylin Demir. Die Studie empfiehlt daher verpflichtende Fortbildungen zum Thema Rassismus für alle Lehrkräfte.
Handlungsbedarf aus Sicht der Politik
Die Senatsverwaltung für Bildung kündigte als Reaktion auf die Studie ein Maßnahmenpaket an. Dazu gehören die Einrichtung einer unabhängigen Beschwerdestelle für Diskriminierung an Schulen sowie die Einstellung von mehr Schulsozialarbeitern mit interkultureller Kompetenz. „Wir müssen die Schulen zu sicheren Orten machen, an denen alle Kinder und Jugendlichen frei von Diskriminierung lernen können“, betonte Günther-Wünsch. Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus forderte jedoch weitergehende Schritte, etwa die Aufnahme von Antidiskriminierung als festen Bestandteil der Lehrerausbildung.



