Großeinsatz in Dölzig bei Leipzig: Polizei, Ordnungsamt und Veterinäramt haben am frühen Morgen des 1. Juli 2026 insgesamt acht Tiger beschlagnahmt. Die Raubkatzen gehörten der Zirkus-Artistin Carmen Zander (52), die sie in einem Industriegebiet untergebracht hatte. Nach Angaben des Landratsamtes Nordsachsen erfolgte die Aktion zum Wohle der Tiere.
Betäubung mit Blasrohren und Abtransport
Die acht Großkatzen – zwei erwachsene Tiere und sechs etwa einjährige Jungtiere – wurden zunächst begutachtet und anschließend mit Blasrohren betäubt. Danach verluden die Einsatzkräfte sie in spezielle Tiertransportkisten. Laut BILD-Informationen sollen die Jungtiere nach Spanien gebracht werden, während die Alt-Tiere vorerst bei Zander bleiben dürfen. Vor Ort standen Transporter mit spanischen Kennzeichen.
Hintergrund: Langjähriger Streit um Haltungsbedingungen
Der Aktion vorausgegangen war ein langer Rechtsstreit zwischen der Dompteurin und dem Landkreis Nordsachsen. Das Amt warf Zander vor, die Tiger nicht artgerecht zu halten. Die Tiere lebten in Zirkuswagen auf einem Gewerbegrundstück, obwohl für Raubkatzen großzügige Gehege wie in Zoos oder Wildparks vorgeschrieben sind. Zudem habe Zander gegen Auflagen verstoßen, indem sie kommerzielle Auftritte und Streicheltermine anbot. Bereits im vergangenen Jahr fand ein Prozess zu dem Fall statt.
Ausbruch im Mai mit tödlichem Ende
Der Höhepunkt des Dramas ereignete sich im Mai 2026, als einer der Tiger ausbrach und einen 73-jährigen Helfer schwer verletzte. Das Tier flüchtete in Richtung einer Kleingartenanlage und wurde von der Polizei erschossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch zu dem Vorfall. Da die Haltungsbedingungen bis zum Ablauf der gesetzten Frist nicht verbessert worden waren, griff der Landkreis nun durch und ließ die Tiere abholen.
Weitere Entwicklung
Der Landkreis Nordsachsen will sich im Laufe des Tages offiziell zum Einsatz äußern. Die Zukunft der beschlagnahmten Tiger bleibt ungewiss, während Carmen Zander mit den verbleibenden Alt-Tieren vorerst weitermachen darf.



