Am 23. Juni 2026 veranstaltete BILD einen Rentengipfel, bei dem die Wirtschaftsexperten Prof. Silke Übelmesser von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Prof. Jörg Rocholl, Präsident der European School of Management and Technology (ESMT) Berlin, die Fragen der BILD-User beantworteten. Der Gipfel fand vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte statt, in der unter anderem die Abschaffung der Rente mit 63 diskutiert wird.
Experten nehmen Stellung zur Rente mit 63
In der Diskussion ging es unter anderem um die Forderung von Jens Spahn, die Rente mit 63 abzuschaffen. Die Experten bewerteten die Auswirkungen einer solchen Reform auf den Arbeitsmarkt und die Rentenkasse. Prof. Übelmesser betonte, dass eine Abschaffung kurzfristig zu Entlastungen führen könnte, aber langfristig die Akzeptanz des Rentensystems gefährde. Prof. Rocholl ergänzte, dass die Rente mit 63 vor allem für Geringverdiener eine wichtige Absicherung darstelle.
Reformvorschläge und ihre Folgen
Ein weiteres Thema war das geplante Rentenpaket der Bundesregierung, das von CSU-Mann Alexander Hoffmann als „Mehrheit für Renten-Paket“ bezeichnet wurde. Die Experten analysierten die Vorschläge und wiesen auf die Notwendigkeit einer nachhaltigen Finanzierung hin. Laut einer Studie des ifo-Instituts drohen bis 2035 Beitragssätze von über 22 Prozent, wenn keine Reformen umgesetzt werden. Die User fragten nach konkreten Maßnahmen, um das System zukunftssicher zu machen.
Sozialstaat unter Druck
Die DGB-Chefin Yasmin Fahimi hatte zuvor in einem BILD-Interview die Frage gestellt: „Ist unser Sozialstaat noch zu retten?“ Die Experten auf dem Rentengipfel stimmten überein, dass der Sozialstaat vor großen Herausforderungen stehe, aber nicht unrettbar sei. Sie plädierten für eine Kombination aus höheren Beiträgen, späterem Renteneintritt und einer stärkeren kapitalgedeckten Vorsorge.
Der Rentengipfel war Teil einer Reihe von BILD-Veranstaltungen, bei denen Bürger direkt mit Experten ins Gespräch kommen können. Weitere Themen waren die wirtschaftliche Lage Deutschlands, die Migrationspolitik und die Verteidigungsbereitschaft. Die User konnten ihre Fragen per Video oder Chat einreichen.



