RKI: Über 5.000 Hitzetote durch Extremwetter im Juni 2026
RKI: Über 5.000 Hitzetote im Juni 2026

Die extreme Hitzewelle Ende Juni 2026 hat in Deutschland nach Berechnungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu etwa 5.100 hitzebedingten Todesfällen geführt. Das Statistische Bundesamt gehe für die betreffende Kalenderwoche sogar von einer Übersterblichkeit von geschätzt 6.800 Fällen aus, teilte das RKI als zentrale Bundesbehörde für öffentliche Gesundheit am Donnerstag mit.

Übersterblichkeit bedeutet, dass mehr Menschen sterben, als normalerweise zu erwarten wäre. An dem Hitzewochenende seien allein in Köln 120 Menschen gestorben, viermal so viele wie sonst, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge in der Bundestagsdebatte zur Regierungserklärung des Kanzlers.

Grüne kritisieren Bundesregierung und fordern Sofortprogramm

Die Grünen übten scharfe Kritik an der Bundesregierung. Dröge warf Kanzler Friedrich Merz vor, dass er sich bis heute trotz der erhöhten Zahl an Toten und den Dauereinsätzen der Rettungskräfte nicht zu der Hitzewelle geäußert habe. Stattdessen entschärfe die schwarz-rote Regierung die Klimaschutzgesetze.

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Dröge forderte erneut ein Sofortprogramm, um Schulen, Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäuser für die nächsten Hitzewellen mit Klimaanlagen auszustatten in Kombination mit Solaranlagen. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte schon Anfang Juli dagegen darauf verwiesen, dass Länder und Kommunen 100 Milliarden Euro für Infrastruktur-Investitionen bekommen hätten, die auch dafür genutzt werden könnten.

Grüne fordern Gedenktag für Klimaopfer

„Aus meiner Sicht sollte es einen Gedenktag für die Opfer der Klimakrise geben“, sagte die klimapolitische Sprecherin der Grünen, Lisa Badum, der Nachrichtenagentur Reuters. „Die RKI-Zahlen sind die erschütternde Erinnerung daran, dass die Klimakrise auch in Deutschland eine tödliche Realität ist.“ Oft seien es ältere Frauen, die in überhitzten Wohnungen einen stillen Hitzetod stürben.

Sterbefallzahlen in den Jahren 2018 und 2019 höher

Die Hitzeperiode war außergewöhnlich heiß und hatte in Deutschland neue Höchstwerte erreicht. Dem RKI zufolge führt die Hitzeeinwirkung selten unmittelbar zum Tod. Meist sei es die Kombination aus Hitze und bestehenden Vorerkrankungen, die zum Tod führe. Besonders gefährdet seien daher ältere Menschen und Personen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen.

In den Jahren 2018 und 2019 waren laut RKI mit 8.400 und 6.900 Todesfällen die höchsten hitzebedingten Sterbefallzahlen der vergangenen Dekade verzeichnet worden.

Hitzewelle auch in anderen europäischen Ländern mit Todesfolge

Auch in anderen europäischen Staaten sorgte die Hitze für gestiegene Totenzahlen. So sollen nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörden während der jüngsten Hitzewelle in Frankreich gut 2.000 Menschen mehr gestorben als in der Vorwoche. Dies bedeute einen Anstieg um 30 Prozent. Genauere Zahlen sollten in etwa drei Wochen vorliegen.

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