Die anhaltende Hitzewelle in Deutschland setzt die Notaufnahmen der Krankenhäuser massiv unter Druck. Ärzte und Pflegekräfte berichten von einer beispiellosen Belastung, wie sie es in ihrer Berufslaufbahn noch nicht erlebt haben. „So eine Situation haben wir noch nie erlebt“, zitiert ein Bericht einen leitenden Notfallmediziner aus einer deutschen Großstadt.
Massiver Anstieg der Notfälle
In den vergangenen Tagen ist die Zahl der Patienten in den Notaufnahmen drastisch gestiegen. Besonders ältere Menschen und Vorerkrankte leiden unter der extremen Hitze. Die Kliniken melden eine Zunahme von hitzebedingten Notfällen wie Kreislaufkollaps, Dehydrierung und Hitzschlag um bis zu 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Wir arbeiten am Limit“, so ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft.
Ursachen der Krise
Neben den hohen Temperaturen tragen auch die anhaltende Personalknappheit und die Überlastung des Gesundheitssystems zur Verschärfung der Lage bei. Viele Kliniken haben bereits ihre Kapazitäten erweitert und zusätzliches Personal angefordert. Dennoch bleibt die Situation angespannt. Die Bundesärztekammer fordert daher einen nationalen Hitzeaktionsplan, um die Gesundheitsversorgung bei extremen Wetterlagen zu sichern.
Auswirkungen auf die Patienten
Die Wartezeiten in den Notaufnahmen haben sich teils auf mehrere Stunden verlängert. Patienten mit weniger dringlichen Beschwerden werden gebeten, zunächst ihren Hausarzt aufzusuchen oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu kontaktieren. „Jeder, der nicht akut lebensbedrohlich erkrankt ist, sollte die Notaufnahme entlasten“, appelliert der Notfallmediziner.
Die Hitzewelle soll laut Wetterdiensten noch mindestens eine Woche anhalten. Die Kliniken bereiten sich auf eine weitere Zuspitzung der Lage vor. Experten raten der Bevölkerung, viel zu trinken, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden und körperliche Anstrengungen in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen.



