Der Traditionsverein „Old Texas Town“ in Berlin-Spandau steht vor dem Aus. Die Verhandlungen zwischen dem Bezirk Spandau und dem Eigentümer des Geländes sind endgültig gescheitert. Der Bezirk hatte eine Zusicherung für acht Jahre gefordert, der Eigentümer bot lediglich fünf Jahre. Nun droht die Räumung noch im Juni 2026.
Hintergrund der Auseinandersetzung
Die Westernstadt „Old Texas Town“ existiert seit über 20 Jahren in Berlin-Spandau und wird von einem Verein betrieben. Der Pachtvertrag lief aus, und der Bezirk verhandelte mit dem Eigentümer über eine Verlängerung. Ziel war es, dem Verein eine langfristige Perspektive zu geben. Der Bezirk forderte eine Zusicherung von mindestens acht Jahren, um Investitionen und den Erhalt des kulturellen Angebots zu sichern. Der Eigentümer war jedoch nur bereit, fünf Jahre zuzusichern.
„Wir bedauern, dass keine Einigung erzielt werden konnte. Der Bezirk hat sich intensiv für eine Lösung eingesetzt, aber die Angebote des Eigentümers waren nicht ausreichend, um die langfristige Existenz der Westernstadt zu gewährleisten“, sagte ein Sprecher des Bezirksamts Spandau.
Räumungsklage noch im Juni
Nach dem Scheitern der Verhandlungen hat der Bezirk angekündigt, noch im Juni 2026 Räumungsklage einzureichen. Der erste Vorsitzende des Vereins, Ralf Keber, zeigte sich enttäuscht: „Wir haben jahrelang für den Erhalt gekämpft. Die Entscheidung des Eigentümers ist ein schwerer Schlag für den Verein und die vielen Besucher, die unsere Westernstadt lieben.“
Die „Old Texas Town“ ist ein beliebtes Ausflugsziel in Spandau und bietet regelmäßige Veranstaltungen, Western-Shows und ein Museum. Der Verein zählt rund 100 Mitglieder und wird von zahlreichen Ehrenamtlichen getragen.
Zukunft ungewiss
Sollte die Räumungsklage erfolgreich sein, müsste der Verein das Gelände innerhalb weniger Wochen räumen. Die Suche nach einem neuen Standort gestaltet sich schwierig, da geeignete Flächen in Berlin rar sind. „Wir werden uns nicht kampflos geschlagen geben und prüfen alle rechtlichen Möglichkeiten“, so Keber. Der Bezirk signalisierte jedoch Bereitschaft, den Verein bei der Suche nach einer Alternative zu unterstützen.
Die Entscheidung über die Räumungsklage wird voraussichtlich im Juli 2026 fallen. Bis dahin hofft der Verein auf eine letzte Wende.



