Saarland: Jede sechste Person von Armut betroffen – Verband schlägt Alarm
Saarland: Jede sechste Person armutsgefährdet

Im Saarland ist jede sechste Person von Armut betroffen. Dies geht aus dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervor. Demnach lag die Armutsquote im Jahr 2023 bei 16,9 Prozent. Das bedeutet, dass rund 170.000 Menschen im Saarland von Armut bedroht oder betroffen sind.

Besonders betroffen: Alleinerziehende und Kinder

Besonders stark von Armut betroffen sind Alleinerziehende und ihre Kinder. Bei Alleinerziehenden liegt die Armutsquote bei über 40 Prozent. Auch Kinder sind überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen: Jedes fünfte Kind im Saarland wächst in Armut auf. Der Verband fordert daher gezielte Maßnahmen für diese Gruppen.

Ursachen für die hohe Armutsquote

Als Hauptursachen für die hohe Armutsquote nennt der Verband niedrige Löhne, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und unzureichende soziale Sicherungssysteme. Zudem seien die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren stark gestiegen, während die Einkommen vieler Menschen nicht entsprechend gewachsen sind.

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Forderungen an die Politik

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert von der Landesregierung ein Maßnahmenpaket zur Armutsbekämpfung. Dazu gehören unter anderem ein höherer Mindestlohn, eine bessere Absicherung von Minijobs und eine Reform der Grundsicherung. Auch der Ausbau von bezahlbarem Wohnraum und die Verbesserung der Kinderbetreuung seien dringend notwendig.

Reaktion der Landesregierung

Die saarländische Landesregierung zeigte sich besorgt über die Zahlen. Sozialminister Magnus Jung (SPD) kündigte an, die Vorschläge des Verbandes zu prüfen. Man wolle die soziale Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger stärken und die Armut im Land nachhaltig bekämpfen. Konkrete Maßnahmen wurden jedoch noch nicht genannt.

Vergleich mit anderen Bundesländern

Im bundesweiten Vergleich liegt das Saarland mit einer Armutsquote von 16,9 Prozent im Mittelfeld. Die höchsten Armutsquoten verzeichnen Bremen und Nordrhein-Westfalen, die niedrigsten Bayern und Baden-Württemberg. Der Verband betont, dass Armut in Deutschland insgesamt ein wachsendes Problem sei, das entschlossenes Handeln erfordere.

Auswirkungen der Armut

Armut habe weitreichende Folgen für die Betroffenen, so der Verband. Sie führe nicht nur zu materiellen Einschränkungen, sondern auch zu gesundheitlichen Problemen und sozialer Ausgrenzung. Kinder aus armen Familien hätten zudem schlechtere Bildungschancen, was den Teufelskreis der Armut verstärke. Der Verband appelliert daher an die Politik, die Armutsbekämpfung zur Priorität zu machen.

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